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Dracula, König der Vampire (3)

Ralf Jordan (Ralf_Jordan_RSC[at]t-online.de) schrieb am 07.12.98:
Charles Regnier als Vampirfürst ist absolut glaubhaft. Wenn er dann noch ein Opfer wie Reinhilt Schneider und einen Gegner wie Günther Ungeheuer hat, dann kommt ein gutes Hörspiel heraus.

Stefan Meyer (meyer_stefan[at]t-online.de) schrieb am 02.02.99:
"Dracula" ist meiner Meinung nach (ich bin ein grosser Fan des Romans) nur eine sehr magere Adaption des ersten Romandrittels mit gekuenstelten Texten und einem falsch besetzten G. Ungeheuer (als Erzaehler ist er perfekt). Leider ist genau dieser Teil der Geschichte sehr haeufig in Filmen und Hoerspielen uebernommen worden, dass er schon beinahe abgedroschen wirkt. Die aeltere Bearbeitung, die auch als Maritim Hoerspiel erhaeltlich war (Dracula-Jagd der Vampire), finde ich besser, obwohl auch hier die Story aufgrund der Kuerze arg gerafft wirkt und ein schwaches Finale hat.

Inga Meier (i_meier[at]gmx.de) schrieb am 29.06.99:
super klasse! wie eben "alles" was ein günther ungeheuer anfasst! zudem stimmt eben auch die atmosphäre. wirklich, eine der besten!

Ralf Jordan (Ralf_Jordan_RSC[at]t-online.de) schrieb am 19.07.99:
Sorry, Inga: "Alles was ein Günther Ungeheuer anfaßt"? Hast Du schon mal in die Romanserie von EUROPA reingehört? Da "faßt" er eine ganze Menge an! Eine ganze Menge Müll ...

Markus (a9308093[at]unet.univie.ac.at) schrieb am 11.09.99:
Nach der hervorragenden zweiten Folge fällt dieser Titel trotz der tollen Besetzung mit Charles Regnier und Günther Ungeheuer doch etwas ab. Das Thema wurde im Laufe der Zeit schon so oft behandelt, daß Überraschungsmomente für den interessierten Zuhörer doch sehr rar gesät sind.
Trotz dieser Tatsache ist auch diese Folge, wie meiner Meinung nach alle Folgen der Gruselreihe vollends zu empfehlen, denn im Vergleich mit vielen anderen Serien, die heute auf dem Markt zu finden sind, schneidet auch DRACULA, KÖNIG DER VAMPIRE besser ab!
Gruselgrüße,
Markus

Holger Bergmann (b97c01[at]nordakademie.de) schrieb am 28.09.99:
R. Schneider & C. Regnier in einem Schloss! Was soll da noch schiefgehen? Die beiden könnten mir auch zusammen die Wetterkarte vom letzten Sommer vorlesen; ich waere bei der Sache! Sicher, die alte Fassung ist atmosphärischer, aber das Tempo erscheint mir doch hier um einiges höher.

Marcus Ebeling (stoertis_home[at]t-online.de) schrieb am 08.10.99:
Kennt man lediglich diese Adaption des klassischen Dracula-Romans von Bram Stoker, so wird man sicher gewiß gut unterhalten werden. Die Szenerie ist stimmig, die Sprecher sind passabel und die Dialoge sind gewohnt ausdrucksstark. Die Hörspielfassung deckt allerdings lediglich die ersten 50 Seiten des Originalromans ab, dies unter Hinzufügung der Person der Mina, die während dieser Episode in der Vorlage gar nicht in Erscheinung tritt. Hinzu kommt, daß die Gestalt Draculas recht eindimensional bleibt und keinen Platz für eine Facettierung des Charakters läßt. Insoweit ist festzustellen, daß das Hörspiel für sich genommen eine "runde Sache" ist, dem Originalroman jedoch nicht gerecht wird.
Die Sprecher sind durchgehend akzeptabel. Am besten gefällt noch Reinhilt Schneider, deren Mina angenehm präsent und überzeugend gerät. Ungeheuer, wohl mehr "zufällig" als Erzähler der restlichen Folgen dieser Serie im Studio, ist einfach nicht jung genug: nicht jung genug für den angehenden Rechtsanwalt Harker, nicht jung genug als Verlobter der wie immer mädchenhaften Reinhilt Schneider, nicht jung genug für den romantischen Helden, der sich dem Kampf mit dem Bösen stellt. Die gleichen Abstriche muß man ebenfalls bei der Titelpartie machen: Charles Regnier ist schlichtweg zu alt und von der Stimme her zu dünn, um dem untoten Grafen genug Charisma und Bedrohlichkeit zu geben. Erst im Rückblick auf eine frühere Dracula-Produktion des Europa-Studios wird klar, warum man Regnier die Rolle gab: bereits 1970 verkörperte er den Urvater aller Vampire, allerdings ungleich eindrucksvoller als in dieser Produktion. Diese erste Fassung in der Regie von Konrad Halver erschien zweimal unter dem Europa-Label, einmal in der Urversion von 1970 (E 423) und sechs Jahre später, unter der Schere Heikedine Körtings zurechtgestutzt (E 2099).
Die Musik dieses Hörspiels taucht oft recht unmotiviert aus dem Untergrund auf, läuft ohne großen Sinn unter den Dialogen weiter und raubt manchen Szenen ihre Intensität, da die gesprochenen Worte im Musikbrei untergehen.
Logische Fehler finden sich nicht, wenn man einmal davon absieht, daß nicht mit einem Wort erwähnt wird, wann Graf Dracula Mina gebissen hat.
Als Folge 1 gelangt diese Produktion in die Neuauflage der Gruselserie.

Larry (---) schrieb am 06.11.99:
Diese Folge rangiert ebenfalls am hinteren Ende der Gruselserie, die ja eigentlich eine Reihe ist. Spannung kommt zu keiner Zeit auf. Das Hörspiel strotzt nur so von Längen. Die Sprecher wirken arg gelangweilt, allen voran Günther Ungeheuer in seiner wohl schlechtesten Hörspielrolle. Man meint, er schlafe gleich ein beim Sprechen. Reinhilt Schneider gibt sich Mühe, kann aber das Hörspiel nicht retten. Charles Regnier gibt zwar einen passablen Grafen ab, hätte aber ruhig öfter in Erscheinung treten können, vor allem böser.

Nico (---) schrieb am 20.11.99:
Im Vergleich zu der bereits erwähnten EUROPA-Bearbeitung dieses Stoffes (E 423 bzw. 2099) eine unglaubliche Enttäuschung. Ein völlig fehlbesetzter Günther Ungeheuer und ein Charles Regnier, der sich nicht nur permanent selbst durch den Kakao zieht, sondern auch sprichwörtlich jeden "Biss" verloren hat. Schwach!

Lutz (LutzKoeln[at]aol.com) schrieb am 24.01.00:
Günther Ungeheuer ist hier in der Tat eine Fehlbesetzung! Und die stark gekürzte Handlung kommt nicht annähernd an die Originalstory heran. Wie Stefan Meyer finde auch ich die Maritim/PEG-Bearbeitung "Dracula - Jagd der Vampire" wesentlich besser, da sich diese nicht so gnadenlos auf die ohnehin bekannten Teile des Romans beschränkt.

Frank Kuth (---) schrieb am 29.01.00:
Ich komme einfach nicht umhin diese Folge unkommentiert zu lassen, da sie schlichtweg die Beste der ganzen Gruselserie ist (wofür ich in meiner Kindheit sogar ausgelacht wurde). Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung. Abgesehen davon das Dracula meine Lieblingsfigur im Gruselgenre ist muß ich hier vor allem Charles Regnier ein dickes Kompliment machen. Er ist im Hörspiel das, was Christopher Lee im Film war: eine absolute Idealbesetzung! Es gibt in der ganzen Gruselserie keinen anderen Sprecher, der allein mit seiner Stimme soviel Gänsehaut erzeugt. Ach ja, die Handlung soll ja auch nicht unkommentiert bleiben. Im Prinzip recht simpel aber trotzdem (oder gerade deshalb) sehr wirkungsvoll. Atmosphärisch sehr dicht und beklemmend - man hatte ich als Kind vielleicht Angst. Was will man von einem Gruselhörspiel mehr erwarten?

Markus Duschek (mduschec[at]leonardo.syh.fi) schrieb am 31.01.00:
Gibt es bisher auch nur einen Film, der dem Stoker Roman gerecht wird ? Ein klares "Nein". Gerade Coppolas aufgemotzter Dracula-Operette ziehe ich jederzeit dieses ca. 40 minuetige Stimmungs-Extrakt a la H.G. Francis vor ! Nun bin ich mit anderen Cassettenbearbeitungen des Originalstoffs nicht vertraut, aber mal abgesehen vom etwas ungluecklichen Schluss ( bis auf das Pfählen der Vampirinnen ! Das halt heute noch schaurig-effektiv in meiner Erinnerung durch das Gewölbe) ist es doch eine sehr stilsichere Umsetzung. Ist Guenther Ungeheuer zu alt als Jonathan Harker ? Ein bisschen, vielleicht....aber wenn ich dann an den blässlichen Keanu Reeves im oben genannten Film denke, dann scheint mir Ungeheuer doch der souveränere Held zu sein....Und Reinhilt Schneider ist so gut als Mina, dass man ihr die nervige Ulla aus "Das Schloss des Grauens" fast vergibt. Schade, dass sie nicht öfter in der Gruselserie aufgetreten ist...Na, immerhin war sie dann regelmässig bei "Larry Brent" dabei...

Gianni Scaduto (---) schrieb am 09.02.00:
Diese Version von Dracula ist einfach toll! Die Atmosphaere stimmt. Muss aber Larry recht geben; C. Regnier haette wirklich oefters auftreten muessen. Was G. Ungeheuer angeht, vielleicht wurde er fuer diese Rolle genommen, weil die Produktion ihn als Erzaehler (in dem Roman von Stoker "ERZAEHLT" Harker sein Tagesbuch) gewaehlt hat. Komisch aber die Schlusszene, wo HARKER den 3 Braeuten 5 mal den Pflock (und sie schreien auch 5 mal) ins Herz treibt.

legal von legal (legal.[at]gmx.de) schrieb am 06.04.00:
1.) die wohl schlechteste Dracula vertonung die ich kenne, sprich: einfach schlecht. (erinnert mich an die letzten Verfilmungen mit Christopher Lee = sind nämlich ebenfalls ziemlich schlecht) - 2.) In der Tat hat da wohl jemand keine Lust gehabt den Roman vollständig zu lesen. - 3.) Mein Tip: WDR-Vertonung von Dracula in drei Teilen (PS: Beim anhören der WDR-Fassung beachten, das das Buch ein höchst romantisches Werk ist und demnach einen fragmentarischen Aufbau hat.)

Volker (cushing[at]uni-muenster.de) schrieb am 22.08.00:
Dass die Geilheit der Vampir-Frauen, der Kannibalismus an dem Baby und die Zerfleischung seiner unglücklichen Mutter beibehalten wurden, ist bei der eher biederen 'ab 12'-, neuerdings sogar 'ab 14'-Serie schon beachtlich. Die Besetzung ist perfekt, die Romanhandlung sinnvoll gerafft und auch im Vergleich mit anderen Dracula-Versionen, z.B. im Film, kann sich das ganze durchaus sehen lassen.

Daniel (milano) (Danielremini[at]hotmail.com) schrieb am 05.09.00:
Dracula, das wohl bekannteste 'Schauerwesen'. Wir erleben den 'König der Vampire'. Europa setzte dem Grafen zu Ehre gleich ein paar seiner besten Stimmen ein. Charles Regnier, Günther Ungeheuer, Reinhilt Schneider, Ernst von Klippstein und auch noch Marianne Kehlau! Na wenn das keine Besetzung ist. Günther Ungeheuer ist für mich die 'Erzählerstimme' schlechthin, und es ist etwas ungewohnt, ihn als 'Beteiligten' zu hören, aber ich sehe das Hörspiel auch eher als eine Nacherzählung von Günther Ungeheuer, welche von seiner Vergangenheit berichtet und durch seine Erinnerungen 'getragen' wird. Und so wirkt es auch am besten. Bei diesem Hörspiel weiss auch die stimmungsvolle Musik zu überzeugen. Kurz und zum richtigen Zeitpunkt. Dracula wirkt gefährlich und gierig, seine ständigen Bemerkungen über Blut, oder seine poetischen Vergleiche, 'Der Spiegel ist ein Werkzeug menschlicher Eitelkeit'. Einfach grandios! Und genau in diesem Hörspiel findet sich mein Lieblingsatz der gesamten Serie, einen den ich mein ganzes Leben lang nicht mehr vergessen werde: "Hören Sie? Die Kinder der Nacht, was für eine Musik sie machen?" Ich finde diese Folge sehr gelungen, sie vermittelt eine 'bedrückende' Stimmung ...

Giovanni Scaduto (giannisca[at]hotmail.com) schrieb am 16.10.00:
Hallo Mailand oder Milano, du schreibst "Bei diesem Hörspiel weiss auch die stimmungsvolle Musik zu überzeugen", meinst du jetzt die Musik von Bert Brac oder die von Tonstudio Europa? Ich HOFFE, die erste. Denn wenn du die zweite meinst und BMG so was zu lesen bekommt, verschwinden meine Hoffnungen, die schöne Musik von Onkel Bert wieder zu hören. Also klär uns auf ... Ciao!

stefan (pacaculo[at]gmx.at) schrieb am 23.10.00:
Dracula, die interessanteste Horrorgestalt dieses Genres, ist auch hier wieder souverän gruselig. Lediglich die Kürze der Kassette läßt Wünsche offen, dennoch ein gelungenes Hörspiel.

Daniel (milano) (Danielremini[at]hotmail.com) schrieb am 13.11.00:
Hallo Giovanni, natürlich spreche ich von der Musik von Bert Brac!! Diese ist nun wirlklich über jeden Zweifel erhaben. Er ist und bleibt das musikalische Genie der Musik. Du kannst gerne mal meinen Beitrag zu der 'Horror Pop Sound' Mc nachlesen. Da habe ich den 'Meister' schon gewürdigt. ;) Ich hoffe genauso wie du auf die alten Klänge, und das ist auch ein Grund warum ich mich mit den Neuauflagen einfach nicht 'anfreunden' kann. Und was meinen Namen angeht, hat nix mit Mailand zu tun, es ist ein 'Tribut' an die Schauspielerin Alyssa Milano. (Charmed). ;) ciao milano

Der große Zuffnik (zuffnik[at]yahoo.de) schrieb am 14.11.00:
Jaja, man kann natürlich nicht mit der Romanvorlage vergleichen (die ich für eines der unheimlichsten Bücher überhaupt halte), aber trotzdem hat Francis sich Mühe gegeben. Bloß der besonders bekloppte Satz von Mina (oder wars Lucy?) "...wir sind nicht abergläubi C H ??????!" Das erinnert mich doch an GERÖÖÖÖÖÖÖÖÖSTET aus irgend soner Kaffeewerbung.

Jack Skellington (---) schrieb am 16.11.00:
... doof find ich eigentlich nur, daß Mina mit in Transsylvanien gereist ist und natürlich das super ausgesprochende Wort " abergläubi C H " :-)

Oliver Schultze (efx[at]de.dreamcast.com) schrieb am 25.11.00:
Also ich muss sagen, dass ich diese Version erst jetzt, mit der RdK, zum ersten mal gehört habe ... Die gesamte Dialogführung wirkt doch arg aufgesetzt, was sicherlich eine unfreiwillige Komik ausstrahlt, Günther Ungeheuer wirkt zudem als Harker etwas deplaziert. Er brilliert stets als Erzähler, klingt hier aber für Harker einfach zu alt. Wer die alte Halver-Version kennt, wird hier eher enttäuscht, da die Atmosphäre irgendwie nicht so richtig überspringt. Also eher nur zum Sammeln geeignet.

Stefan Schmidt (schmidt.st[at]uni-bielefeld.de) schrieb am 07.12.00:
Ich habe gestern die Rückkehrversion von (3) Dracula, König der Vampire gehört und dabei mit Schrecken festgestellt, das im Dialog von Mina und Jonathan Reinhilt WESENTLICH lauter aufgenommen ist als Günther (zumal der ja auch noch etwas nuschelt). Ich konnte die Differenz mit meinen Equalizern nicht verbessern ... Ich weiß noch ganz genau, dass ich das Problem bei meiner Kassette damals nicht hatte ... oder irre ich mich?

Oliver (efx[at]de.dreamcast.com) schrieb am 30.12.00:
Bei diesem Hörspiel ist mir im Übrigen noch etwas aufgefallen (wäre vielleicht auch was für die Unstimmigkeits-Ecke): Mich wundert wirklich, dass Mina und Harker überhaupt am Schloss angekommen sind, hetzt der Kutscher die Pferde doch fast zu Tode! Siebzehn mal feuert der Kutscher voller Inbrunst die Kläpper auf der kurzen Fahrt an ("Harr ha harr"). Und wenn er sie nicht bis an den Rand der Erschöpfung gehatzt hat, dann müsste er sie vermutlich auf der Fahrt totgeschlagen haben. Ich habe mindestens 20 Peitschenhiebe gehört. Ob das die armen Pferdchen lange mitmachen ...?

Logan (jochen.laemmel[at]gmx.de) schrieb am 09.01.01:
Diese Folge finde ich ist die Beste aus der Reihe, zwar hält sie sich nicht an die Original-Vorlage, dafür wartet sie aber mit perfekter Gruselstimmung auf ... der Sound, die Sprecher, alles passt perfekt. Vor allem die Szene mit "... jaaa, ich sehe euch an ..." ist DER Hammer. Und dann noch die Frauen abschlachten ... als Kind fand ich die Szene verdammt schockierend.

Marco (Harvest.Moon[at]t-online.de) schrieb am 24.01.01:
In der Szene, in der Mina das Kreuz auf die Stirn gedrückt bekommt und dieses sich einbrennt, fiel mir etwas auf: Nachdem es wieder weggenommen wird, ist bereits direkt von einer Narbe die Rede. Eigentlich wäre eine Brandblase sichtbar, da eine Vernarbung erst längerfristig auftritt.

Marco (darkartsstudio[at]aol.com) schrieb am 09.03.01:
ein wohl sehr gelungenes HÖRSPIEL!!!! spitzen sprecher!! "UNSER" guenther als harker/erzähler, was will man mehr?! für mich eines mit der besten der gruselserie!!!!!

Sven-Oliver Elbracht (sven-oliver.elbracht[at]uni-bielefeld.de) schrieb am 02.07.01:
Für mich als langjährigem Fan der Gruselserie ist das vorliegende Hörspiel eine schwere Enttäuschung. Hier ist so ziemlich alles falsch gemacht worden, was man falsch machen kann. Allen voran Jonathan Harker alias Günther Ungeheuer gibt eine ebenso hölzerne wie reichlich unspektakuläre Darbietung ab. Auch paßt mir Tante Mathilda von den drei ??? in ihrer Rolle als weiblicher Vampir nicht so recht. Charles Regnier als Graf Dracula ist zwar nicht schlecht, jedoch auch nicht überwältigend gut. Ein besonderes Manko liegt meines Erachtens in der Konzeption des Drehbuches vor, das in sprachlich wie inhaltlich-erzähltechnisch ungeschickter Weise sich der Stoker-Vorlage annimmt. Man kann nicht so ohne Weiteres einen Klassiker zum Hörspiel machen, ohne dabei bestimmte Regeln zu beachten. So gesehen ist hier leider nur ein schlapper Aufguss des Originalromans zustande gekommen. Die Handlung verfehlt im Ganzen das Niveau eines durchschnittlichen Krimis. Wenn es, wie wir alle hoffen und vielleicht auch beten mögen, neue Folgen der Gruselserie geben sollte, sollte an die Stelle dieses Hörspieles ein gelungeneres Remake, das auch inhaltlich neue Ideen verwendet, treten. Ansonsten kann ich nur schreiben und bewerten: 1 Punkt von 10 insgesamt. IT SUCKS!! Diese bescheuerte Folge hat unter meinen persönlichen Flop 5 einen Ehrenplatz inne, genauso wie die Monsterspinne, die Horror-Ameisen, der (bizarre) Werwolf und die Ungeheuer aus der Tiefe!

Sven-Oliver Elbracht (sven-oliver.elbracht[at]uni-bielefeld.de) schrieb am 09.07.01:
Nach John Sinclairs "Disco Dracula" das meiner Ansicht nach schlechteste Dracula- bzw. Vampirhörspiel, das es gibt. Die inhaltlichen Schwächen bestehen schon allein in der betrüblichen Tatsache, dass H. G. Francis einfach nur die Romanvorlage von Abraham Stoker in gekürzter Form übernommen, es aber nicht für nötig befunden hat, dem Hörspiel und seiner Handlung einen neuen Themen- oder Handlungsaspekt beizufügen. Die Handlung selbst ist reichlich dünn (zumindest für meinen Geschmack) und bietet dem "Dracula"-süchtigen Gruselfan nur wenig Höhepunkte. Immerhin ist es positiv zu vermerken, dass hier von H.G. Francis versucht wurde, wenigstens die Charaktere und auch die Kulisse (das düstere Schloss!) so zu belassen, wie es im literarischen Original steht. Dass Graf Dracula als "der Vampir des 19. Jahrhunderts" natürlich "ein eindeutig sexuelles Ventil" ist, lässt sich wohl nur mit Blick auf das von Stoker überwiegend detailgetreu übernommene viktorianische Leitmotiv vom dekadenten Aristokraten, der kleinen Mädchen in der Öffentlichkeit der feinen Gesellschaft demutsvoll die Hand küsst, aber nach Mitternacht in ihre Schlafzimmer eindringt und sie in den (unschuldigen) Hals beißt bzw. dort verbotene Dinge mit ihnen anstellt (siehe Mina und Graf Dracula, sowie Elenore und Kaufmann Hammand), aufrechthalten bzw. belegen. Doch sind diese Eigenschaften für die nähere Handlungsgebundenheit und tiefergehende Charakteristik der "Dracula"-Figur ziemlich bedeutungslos, da hier nur äußere Verhaltensweisen und bestimmte gesellschaftliche Gesten und Normen gemeint sind (siehe die Szene, wo Graf Dracula Minas Brief, in welchem sie um Hilfe bat, einfach desinteressiert ins Kaminfeuer wirft und sie und Jonathan nach kurzer Zeit wieder allein lässt, wobei er noch hinzufügt, dass sie sich später am Abend noch sehen werden). Problematisch in dieser Geschichte könnten auch lesbische Verhaltensweisen bzw. Begierden sein, die bei den drei weiblichen Vampiren auftreten und Mina (als die einzige lebendige Frau!) zwingen würden, sich den drei Vampirinnen als Objekt ihrer Begierde hinzugeben. Damit wäre die Liebesbeziehung zwischen Jonathan und Mina, die einzige wirkliche und in erzähltechnischer Hinsicht wichtige Voraussetzung für das Gelingen eines Happy-Ends, schlagartig zerstört und Mina könnte nur noch zu einer Vampirin werden, die sich als "Belohnung" für ihre Hingabe an diese frigide, unnatürliche Begierde als Vampirin und asexuelle Dracula-Mätresse durchs (untote) Leben schlagen muss. Andererseits bliebe auch Dracula und Jonathan Harker nichts anderes übrig als in homosexuelle Begierde zueinander zu verfallen oder augenblicklich "Selbstmord" (sofern dieses Wort überhaupt auf Untote anwendbar ist) zu begehen. So könnte man auch umgekehrt hier sagen, daß sexuelle, insbesondere homoerotische Motive und Verhaltensweisen, die im grundsätzlichen Widerspruch zu der heterosexuellen Romantik dieser Erzählung stehen, die Handlung als solche drastisch verwässern würden. Ich jedenfalls fände es ungleich spannender, den Fragen nach "dem inneren Zustand" Draculas bzw. der Wirklichkeit, in der er lebt (es ist eine Welt bzw. Wirklichkeit, die direkt zwischen der der Lebenden und der der Toten angesiedelt ist!), nachzugehen und die möglichen (mystischen) Antworten auf diese Fragen in der vorliegenden Erzählung direkt mitzuverarbeiten. Als prägnantes Beispiel sei hier nur kurz die Szene, in welcher Jonathan und Mina Harker den "frisch aufgewachten" Vampirgrafen in der Gruft entdecken und dieser sie so drohend ansieht, genannt. Die dazu analoge Frage könnte lauten: Was passiert eigentlich mit der Seele (äh, haben Vampire eine Seele, so wie wir es verstehen?) bzw. dem Bewusstsein von Graf Dracula in der Zeit, die zwischen Sonnenaufgang und -untergang liegt? In welche jenseitigen Gefilde entweicht es? Liegt darin vielleicht doch die unbeschreibliche Furcht des Untoten vor dem christlichen Kreuz begründet? Ein in qualitativer Hinsicht überaus streitbarer Film, der die gestellten Fragen in interessanter Weise beantwortet, ist "Draculas Hexenjagd", wo Kultschauspieler Peter Cushing die Rolle des fanatischen Hexenjägers Gustav Weil, dessen Nichte von einem (satanistischen) Vampir namens Karnstein angefallen wird, spielt. Von ganz besonderem Interesse in diesem Kontext ist die Szene mit der Schwarzen Messe, wo Graf Karnstein den Satan um die Gabe der Unsterblichkeit und jenseitiger Vergnügungen (die Satan ihm in Form des Vampirismus zuteil werden lässt!) bittet und mit einem Blutopfer den Bund besiegelt. Nachdem das Blut des Bauernmädchens auf dem schwarzen Altar vergossen ist, erscheint ihm der Teufel bzw. dessen Abgesandte(r) in Gestalt seiner Ahnherrin Mircalla und eröffnet ihm, wie folgt: "... Du sollst zu uns gehören, zum Kreis der Unsterblichen ... aber WIRKLICH EXISTIEREN WIR NUR IN DER HÖLLE."

Ripper (---) schrieb am 07.09.01:
Wahrscheinlich war der Herr der Finsternis (Graf Dracula) hier mit dem "Observieren" von unschuldigen Bauernmädchen beschäfftigt, so dass er an Mina und Jonathan Harker nicht sonderlich interessiert war. Das jedenfalls wäre die EINZIGE plausible Erklärung für das linkische, ja geradezu debile Verhalten unseres blutsaugenden Mädchenschänders. Genau so blut-und ideenarm wie der hilflos wirkende Vampirfürst agiert, so gestaltet sich das Hörvergnügen dieses grenzenlos langweiligen Stoker-Abklatsches, das in Wirklichkeit gar keines ist. Für Dracula-Fans der reinste Psycho-Tripp. Ich kann die Leute, die schreiben, sie würden "dieses 40-minütige Stimmungsextrakt à la H.G. Francis" Coppolas "aufgemotzter Dracula-Operette" jederzeit vorziehen, einfach nicht verstehen. Dieser durch und durch langweilige und blutarme Stoker-Abklatsch präsentiert dem Hörer allenfalls einen debilen, aufs Rentenalter zugehenden Vampirgrafen, der weder sich selbst noch seinen "Beruf" (der blutdürstende Mädchenverführer und aristokratische Lebemann) besonders ernst zu nehmen scheint. Alles in allem ein Flop, der seinesgleichen (noch) sucht!

Ripper (---) schrieb am 09.10.01:
P.S.: Coppolas "Dracula" ist ja auch ganz bewusst NICHT als klassischer Vampirreisser im Stile von Bela Lugosi oder Christopher Lee, die als DRACULA-Darsteller auch zu meinen Favoriten gehören, inszeniert und gedreht worden, da hier nun das Vorbild in dem Stoker-Roman und nicht im klassisch-regionalhistorischen Vampir-Mystizismus bestand. Herausgekommen ist dabei eine äusserst gelungene Literaturverfilmung, die sich auf nahezu perfekte Weise dem Stoker-Vorbild annähert. Auch und gerade die (tragische) Liebesgeschichte zwischen Graf Dracula und Mina alias Elisabetha, seiner durch Selbstmord verlorenen Braut, bildet einen interessanten Gegenpart zum blutigen und meist sehr unzugänglichen Vampirismus-Thema. Hätten sich die Kollegen von HAMMER seinerzeit eine derartige Mühe bei ihren Drehs gemacht, würden man ihrer heute anders gedenken; dann nämlich wären sie mehr als durch cineastische Nostalgie hochgejubelte Billigfilmchen. An sich ganz nett, aber im Vergleich zu Coppolas ekstatischem Bilderrausch nur für hartgesottene Genre-Fans interessant!

Volker Pietsch (cushing[at]uni-muenster.de) schrieb am 16.10.01:
Der Dracula dieses Hörspiels kommt Stokers Original deutlich näher als Coppolas Version. Im Roman spielt Liebe überhaupt keine Rolle, stattdessen geht es - hauptsächlich - um folgende Konflikte: Sexualtriebe contra puritanische Sittenstrenge / der "zivilisierte" Westen gegen den "barbarischen" Osten. Beide Themen sind im Hörspiel noch erkennbar. "Bram Stoker's Dracula" mit dem Elisabetha-Zusatz ist dagegen eher Rosamunde Pilcher für Gruftis. Aber Werktreue ist ja kein Qualitätskriterium - da könnte ich schließlich gleich das Buch lesen. Warum funktioniert also "Dracula, König der Vampire" meiner Meinung nach besser als Coppolas Film? Die Cassette erreicht das Ziel des Genres, gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Der Film ist dagegen nicht unheimlich: Dracula ist dort ja nicht weniger sympathisch als van Helsing. Auch ist er keine anrührende Liebesgeschichte - die ertrinkt völlig in den Effekten. Wenn mich der Streifen trotzdem fesselt, dann wegen seiner überwältigenden visuellen Einfälle.

Thomas S. (---) schrieb am 18.07.02:
H.G. Francis hat für die Neueinspielung das Konzept des Liebespaares aus seinen anderen frühen Horror-Hörspielen 'Nessie', 'Frankensteins Sohn' und 'Dracula und Frankenstein' übernommen und Jonathan Haker deshalb entgegen der Vorlage von Anfang an Mina als Partnerin dazugegeben. Dadurch konnte er auf die Zwischenepisode in London verzichten und so den Aufenthalt auf dem Schloß zu einer einzigen, durchgehenden Handlung verdichten, was dem Hörspiel eigentlich sehr gut tut. Hauptverlustpunkt dürfte aber dabei der Verzicht auf van Helsing sein, dessen Figur eigentlich als 'der Gegenspieler' fest zum Dracula-Mythos gehört. Man sollte aber nicht den Fehler machen, diese Adaption vornehmlich unter dem Gesichtspunkt der Werktreue zum Stoker-Roman zu beurteilen. Tatsächlich ist dieses Hörspiel ja in erster Linie als integrativer Bestandteil der Gruselserie konzipiert worden und folgt deshalb vordringlich deren eigenen formalen Regeln. Dazu gehört, neben dem oben bereits erwähnten Liebespaar und Günther Ungeheuer als Erzähler auch der spielerische Umgang mit populären Horrorthemen, der eben gerade nicht zu einer buchgetreuen Bearbeitung führt, sondern eine Um- und Neugestaltung der Vorlage geradezu zwingend notwendig macht. Von diesen Standpunkt aus betrachtet ist das Hörspiel fast noch zu sehr dem Original verhaftet. Und bei der Kritik an der Besetzung Draculas mit Charles Regnier, die vorgibt, er sei zu alt für die Rolle, muß man bedenken, daß der gute Graf zu Anfang des Romans ein ziemlich alter Mann, um nicht zu sagen ein Tattergreis ist, der sich erst durch das Trinken von Blut wieder verjüngt. Und Günther Ungeheuer mag zwar zu alt für den originalen Harker sein, aber da er in dieser Bearbeitung der alleinige männliche Gegenspieler von Dracula ist und quasi die Rolle van Helsings mit übernimmt, ist eine solch reifere Besetzung absolut legitim. Wirklich kritisch vermag ich nur den Schluß zu sehen: Dracula hätte natürlich als letzter sterben müssen, erst nach seinen drei Vampirbräuten. Und auch die etwas sentimentale Schilderung vom Verlassen des Schlosses ist etwas zu lang geraten.
[at] Sven-Oliver: Ich weiß nicht so recht, welche Erwartungen du an ein Gruselhörspiel mit dem Zusatz 'ab 12' bzw. 'ab 14' hast und welche neue Themen- oder Handlungsaspekte Francis dieser Adaption hätte beifügen sollen. Um auf deine 'spannende Frage' nach Draculas Seelenleben einzugehen, so dürfte die Antwort darauf doch wohl eher banal sein: Tagsüber schläft er, er dürfte also allenfalls träumen, seine jenseitigen Gefilde dürften sich von den unsrigen nicht sehr unterscheiden. Im Unterschied zum normalen Menschen hat die Überliefung den Vampir aber zu einem streng formalisierten & ritualisierten Wesen gemacht, der an feste Regeln gebunden ist; entsprechend ist er dann halt an genaue In-den-Sarg-steig+aus-den-Sarg-steig-Zeiten gebunden, und auch seine Furcht wird darum weniger durch konkrete Bedrohung als eher durch symbolische Zeichen aktiviert, wobei er nicht das Kreuz selber, sondern die Macht, die es symbolisiert, fürchtet. Insofern könnte man sagen, daß der Vampir stärker von säugetierischen Zwischenhirninstinkten gesteuert ist als der Mensch, was bei seinen gelegentlichen Verwandlungen in Wölfe und Fledermäuse auch nicht verwundern sollte. Letztendlich aber scheint mir, daß du Vampire an sich und Dracula im besondern ein bisschen zu ernst nimmst, die Auseinandersetzung mit solchen Was-Wäre-Wenn-Figuren sollte doch wohl eher spielerisch erfolgen.

Ragnar (---) schrieb am 29.08.02:
Diese Dracula-Version hat eigentlich nie meine Begeisterung wecken können: Ich fand das Hörspiel nie besonders interessant (und das als Vampir-Story-Fan), aber das lag wohl daran, dass ich "Dracula - Die Geschichte des berühmten Vampirs" vorher gehört und besessen hatte, ich war sogar ein wenig enttäuscht, zumal das Cover sehr an "die Geschichte" erinnerte. Ich denke aber, dass diese Geschichte für Leute, die die andere Story oder das Buch nicht kennen, im Rahmen der Serie interessant ist, besonders weil Herr Regnier eine einzigartige und Dracula würdige Stimme hat.

Marcel Porcher (---) schrieb am 02.12.02:
Bram Stokers klassische Erzählung um Dracula wird hier gelungen in Szene gesetzt: Jonathan und seine Verlobte Mina werden Gast im Schloss des Grafen Dracula. Schon bald stellt sich heraus, dass Dracula ein Vampir ist. Jonathan und Mina stellen sich ihm. Bram Stokers "Dracula" wird hier erstaunlich gelungen umgesetzt. Allein die Musik und die Atmosphäre lassen einem das Blut gefrieren.

Chrischi (chrischi1958[at]hotmail.com) schrieb am 19.12.02:
Diese und die Folge 1 (Frankensteins Sohn im Monster-Labor) gehören für mich zu den Klassikern dieser Serie schlechthin. Weil beide, Dracula und Frankenstein, die klassischen Monster verkörpern. Ein Mix, wie in Folge 2 fand ich schon als Kind nicht wirklich gut. Ich muß aber mal sagen, daß ich keine Folge dieser Serie wirklich schlecht finde. Vielleicht hätte man die "Monsterspinne" damals durch "Nessie" ersetzen sollen?! Daß die Spinne redet, habe ich ihr halt bis heute nicht verziehen ... Diese Folge 3 - Dracula, König der Vampire - ist für mich die beste Dracula-Version. Vampire sind ohnehin meine Lieblingsteufelchen ... Die Athmosphäre ist dicht, die Sprecher hervorragend. Charles Regnier klug gewählt. Irgend jemand schrieb hier, daß er der Christopher Lee unter den Hörspielen sei. Dem kann ich nur zustimmen. Günther Ungeheuer in Erzähler-Rolle stört mich überhaupt nicht. Ich finde nicht, daß die Stimme zu alt für Harker wirkt. Aber das ist ja mal wieder Geschmacksache. Auch hier wieder mein tausendmal geschriebener Kommentar zur RDK-Produktion: ICH WILL DIE ALTE MUSIK WIEDER!!! Nicht nur, daß die neue Musik grottenschlecht ist und gar nicht in die Stories passen (auch bei Larry Brent, Macabros, Die drei ???, etc ...), die gesamten RDKs sind auch noch völlig billig abgemischt. Bei den alten Kassetten gingen jedenfalls keine Stimmen in der Musik unter; und man mußte auch nicht den Lautstärke-Regler tausendmal nachregeln. Oh Gott, ich rege mich schon wieder zu sehr auf! Wo sind meine Herztabletten?

Sigurd von Arnim (sigurd_von_arnim[at]hotmail.com) schrieb am 30.12.02:
Wie soll ein knapp 40minütiges Hörspiel einem 500-Seiten-Roman auch nur annähernd "gerecht werden", d.h. die Komplexität seiner Handlung und Figurenzeichnung bewahren? Das ist natürlich völlig unmöglich und so bleibt, will man aus einem solchen Roman ein Hörspiel machen, nur die Alternative, sich entweder auf einen besonders geeigneten, d.h. handlungsstarken und in sich geschlossenen Auszug zu konzentrieren oder in einem Gang mit Siebenmeilenstiefeln verschiedene Motive aus der Buchvorlage zusammenzusuchen und sich daraus eine einigermaßen kohärente Storyline zusammenzubasteln. Die beiden Dracula-Hörspiele von Francis und Halver können wohl als annähernd idealtypische Repräsentanten dieser unterschiedlichen Vorgehensweisen gelten, und im Gegensatz zur Mehrheitsmeinung komme ich zu dem Schluß, daß Francis das bessere Ergebnis erzielt. Bekanntlich beschränkt er sich weitgehend auf die ersten vier Kapitel des Romans, die monoperspektivisch aus der Sicht Harkers erzählt werden. Das finde ich insofern recht geschickt, als diese ersten vier Kapitel von "Dracula" mit Abstand der beste Teil des ganzen Romans sind; danach sinkt die Qualität doch etwas ab und die Handlung verzweigt sich zudem in diverse Erzählerinstanzen und Nebenstränge, die für ein notwendigerweise einsträngiges Hörspiel nicht recht brauchbar sind. Der durch das knappe Hörspielformat vorgegebenen Tendenz zur Verdichtung fällt somit die umfangreiche England-Handlung einschließlich ihres gesellschaftshistorischen Überbaus zum Opfer: Das Viktorianische, 'Bourgeoise', das bei Stoker über weite Strecken dominiert, wird bei Francis stark zurückgedrängt. Das ist zwar bedauerlich, wenn man die Dracula-Gestalt im Stile Stokers als Bedrohung des in der idealistisch-aufklärerischen Tradition verwurzelten 'bürgerlichen' Wertecodex (insbesondere seiner rigiden Sexualethik) begreifen will, eröffnet aber den Zugang zu einer archetypisierenden, mythischen Erfassung des Stoffes, zu der F.W. Murnau und sein Nachfolger W. Herzog in ihren Nosferatu-Versionen - meines Erachtens die beiden besten Vampir-Filme überhaupt! - vordringen. Diese 'Mythisierung' der Dracula-Gestalt führt Francis zwar nur in sehr rudimentären Ansätzen durch, aber sein Vorgehen scheint mir insgesamt doch geeignet, die äußerst heikle Umsetzung eines mehrhundertseitigen Romans in das gänzlich anders geartete Medium 'Hörspielkassette' auf recht akzeptable Weise zu meistern.
Was nun übernimmt Francis aus dem ersten Romanteil? Eine ganze Menge: der Brief Draculas, die 'abergläubigen' Einheimischen, der Borgopass, unheimlicher Kutscher, Vertreiben der Wölfe, sogar die gute Flasche Slibovitz, die drei Vampir-Weiber, das Baby und die Zerfleischung seiner verzweifelten Mutter, Draculas eidechsenartige Kletterkünste, die Spiegel-Episode, die verräterischen Zigeuner als Vasallen Draculas und noch einiges mehr: alles stilechte Stoker-Elemente, die Francis nahezu ungefiltert übernimmt. Und sogar der im Roman stets latent schwelende Ost-West-Kulturkonflikt - westliche urbane Zivilisation vs. feudalistisch-rurale Archaik des Balkans (vgl. Harkers Satz: "Mein Eindruck war, daß wir jetzt den Westen hinter uns ließen und in den Osten eintraten") - ist in "König der Vampire" noch erkennbar: "[Dracula:] Hören Sie die Kinder der Nacht, was für eine Musik sie machen? Nun, Sie als (westeuropäische) Stadtbewohner haben wohl nicht das Ohr dafür." "[Mina:] Nein, vielleicht nicht."; "[Mina:] Die Leute in London sind ahnungslos; niemand schützt sich dort vor Vampiren, so wie die Menschen hier in Transsylvanien es tun." Daß Francis die liebliche Mina gleich mit auf die Reise schickt, hat natürlich vor allem dramaturgische Gründe: ein Hörspiel lebt nun mal in erster Linie vom Dialog und G.U. braucht halt jemanden, mit dem er die Situation im Schloß bereden kann (ebenso wie Dracula ein Opfer braucht, um sich 'entfalten' zu können). Was passiert, wenn ein Dracula-Hörspiel Harker allein nach Trannsylvanien beordert, dafür bietet die Halver-Version ein eindrucksvoll-abschreckendes Beispiel: jede Menge gekünstelter, unbeholfen erzwungener Monologe - oder besser Selbstgespräche - in Situationen, wo sie auf der Handlungsebene nicht motiviert sind. Überhaupt ist Halvers Version von der Dialogführung her eine mittelschwere Katastrophe. Zurück zu Francis: das Erzähltempo ist zwar nicht besonders hoch, aber die Dracula-Geschichte bietet genug Substanz, um den Hörer bei Laune, d.h. in Spannung zu halten. Außerdem kann man sich aufgrund des zuweilen doch eher gemächlichen Handlungsflusses auf die Kulisse konzentrieren, vor deren Hintergrund sich das Ganze abspielt. Die Folge lebt nicht nur vom 'plot', sondern auch und gerade vom 'setting'. Die Stimmung im Schloß wird wunderbar düster und bedrohlich eingefangen - eine sehr dichte Atmosphäre.
Und die Ausführenden? Die bis in die kleinsten Nebenrollen hochkarätige Besetzung ist eines Dracula-Hörspiels würdig. Horst Stark und Katharina Brauren, die wenige Folgen später bei einer weiteren gemeinsamen Kutschfahrt in das Domizil von Draculas Tochter verschlagen werden, bringen die verängstigten Einheimischen subtil, aber eindringlich rüber, Ernst von Klippstein als einer der besten Hörspielsprecher überhaupt füllt den Part des ahnungsvollen Kutschers ("In dieser Nacht kann nur er es sein!") optimal aus. Die beeindruckendste Szene des Hörspiels gehört der unnachahmlichen Marianne Kehlau (die leider, leider viel zu wenige Hörspiele gesprochen hat!). Ihr Auftritt als verzweifelte Mutter, die, zwischen haßerfülltem Abscheu und schmerzvoller Trauer schwankend, vor dem "Scheusal" Dracula den Verlust ihres Kindes beklagt und unter grauenvollem Wehgeschrei von den Wölfen zerfleischt wird, gehört zu den ganz großen Momenten der Gruselserie. Altmeister Charles Regnier ist als Dracula zwar nicht so überragend wie Lee oder Kinski, gibt aber eine souveräne Vorstellung, die man umso mehr zu schätzen weiß, wenn man eine Folge zuvor einen saft- und kraftlosen Gottfried Kramer in dieser Rolle gehört hat. Regniers Dracula ist hier ruhig und gesetzt - anders als in der Halver-Version, wo er doch etwas zu dick aufträgt und eher klingt wie der böse Zauberer aus dem Kaperletheater -, aber ausreichend undurchsichtig und spielt seine Überlegenheit gekonnt aus in seinen eindeutig-zweideutigen Mahnungen: "Dieses Schloß ist alt, und wer sich unvorsichtig zur Ruhe begibt, wird schlechte Träume haben ..." ; "Passen Sie auf, daß Sie sich [beim Rasieren] nicht schneiden, in diesem Land ist so etwas gefährlicher als Sie glauben ..." Dennoch hätte an einigen Stellen etwas mehr Schärfe und Aggressivität gutgetan. Reinhilt Schneider klingt als Mina gewohnt furchtsam und quengelig, aber sie soll ja auch die 'holde Jungfer in Gefahr' geben und das gelingt ihr recht gut. Etwas reserviert stehe ich der Leistung Ungeheuers gegenüber. Auch mir scheint er mir ein paar Jährchen zu alt zu sein, um den Verlobten Minas überzeugend zu verkörpern. Natürlich kann man sich damit trösten, daß die Harker-Figur bei Francis nicht deckungsgleich mit ihrem Vorbild bei Stoker ist, sondern gewissermaßen ein 'cross-over' der Romanhelden Harker, Godalming, Seward, Morris und - vor allem - van Helsing (dann stimmt das Alter wieder!) darstellt, aber trotzdem: etwas mehr Spritzigkeit und Temperament wäre angebracht gewesen. Allerdings liegt die Problematik der Gestalt nicht nur in Ungeheuers sprecherischer Umsetzung, sondern ist konzeptioneller Natur: ich glaube ehrlich gesagt nicht, daß es eine besonders gute Idee von Francis war, für diese Geschichte die narrative Perspektive der Ich-Erzählung zu wählen bzw. sie modifiziert aus der Romanvorlage zu übernehmen. Bei Stoker funktioniert diese Vermittlungsstrategie unter anderem deshalb so gut, weil er seinen Protagonisten ein Tagebuch führen läßt, dessen Eintragungen zeitlich und emotional immer sehr nahe an den jeweiligen Geschehnissen sind und teilweise an die Grenzen der stream-of-consciousness-Technik gehen (z.B. Ende des 4. Kapitels); somit fallen erzählendes Ich und erzähltes Ich weitgehend zusammen. Anders bei Francis, wo offenkundig eine größere zeitliche Distanz zwischen den Erlebnissen in Transsylvanien und der sie aufbereitenden Erzählung Harkers liegt ("Eines Tages ..."). Diese Erzählsituation gibt der eigentlichen Handlung etwas Bedächtiges, Betuliches, ja Gemütliches. Man kann sich einen reiferen englischen Gentleman vorstellen, der nach einer gepflegten Partie Whist mit seinen Freunden vor dem Kamin sitzt und eine Anekdote aus seiner Jugendzeit zum Besten gibt (dazu paßt dann auch der leicht augenzwinkernde Schlußsatz). Für den Spannungsaufbau ist das nicht gerade konstruktiv, weil somit ja von vornherein feststeht, daß Harker "Überlebender" ist und der für das Liebespaar positive Ausgang des 'Duells' im Schloß von Beginn an stillschweigend vorausgesetzt wird. Die Ich-Erzählung hat damit nicht mehr den spontane n und unmittelbaren Charakter eines inneren Monologs wie bei Stoker, sondern macht dem Rezipienten gleich zu Anfang unmißverständlich klar, daß er es hier in der Rahmenerzählung mit einem halbauktorialen "Ich" zu tun hat, das aus sicherer Distanz die Geschehnisse innerhalb der Binnenhandlung vergegenwärtigt, anordnet, auswählt, kommentiert. Der dem "Ich"-Erzählen inhärente Systemzwang (daß nämlich der Ich-Erzähler an allen Auftritten beteiligt sein muß) beraubt Francis zudem der Chance, eine Szene nur zwischen Mina und Dracula einzufügen, was umso schmerzlicher ist, als Mina ja tatsächlich vom Grafen gebissen wird und sich beim Hörer das unschöne Gefühl einstellt, er habe etwas Interessantes verpaßt bzw. die Macher hätten ihm eine Schlüsselszene vorenthalten. Erwähnenswert ist allerdings, daß Mina durch ihr geheimes Verhältnis zu Dracula Zusatzwissen erhält, an dem sie gegen Ende Harker und den Hörer teilhaben läßt: "[Mina:] Den Kutscher gibt es doch gar nicht! Dracula hat keine Bediensteten!" Naja, das hätte man sich denken können. Aber dann: "[Mina:] Sie [die drei weiblichen Vampire] helfen ihm nicht; sie trauen sich bei Tag nicht aus ihren Verstecken." Im Gegensatz zu Dracula? Gehört der Graf zu der Spezies Vampire, für die das Tageslicht zwar unangenehm, aber nicht unüberwindlich ist? Dafür spricht, daß Dracula in der Schlußszene schon erwacht, als sich seine drei Gefährtinnen noch im untoten Tiefschlaf befinden.
Die Beschränkung auf nur drei Hauptstimmen geben dem Hörspiel zudem etwas Kammerspielartiges, was das Tempo der Handlung beim unbefangenen Hören wohl noch gemächlicher erscheinen läßt als es tatsächlich ist. Kurzum: ich hätte es besser gefunden, Ungeheuer in gewohnter Weise als klassischen Erzähler fungieren zu lassen, die Harker-Rolle unabhängig von dieser übergeordneten Instanz anzulegen und sie mit einem Hochkaräter aus dem Fach 'jugendlicher Held' - am liebsten D. Welbat, R. Schmitt oder P. Lakenmacher! - zu besetzen. Abgesehen jedoch von diesem erzähltechnischen Schönheitsfehler ist "König der Vampire" unter dem Strich eine gelungene Umsetzung, die aus den begrenzten Möglichkeiten, welche das Medium (Kinder-)Hörspiel für die Verarbeitung von umfangreichen Buchklassikern bereithält, (fast) das Optimale herausholt. Ich höre die Cassette noch heute gern zum Einstieg oder als Ausklang der von mir regelmäßig zelebrierten 'Langen Dracula-Film-Nacht' ... Gesamtnote auf der 1.0-10.0-Skala: 7.5 - in die Top Five reicht es nicht ganz, weil es einfach zu viele noch bessere Folgen in der Reihe gibt ...

Uwe (---) schrieb am 18.04.03:
Ich kenne diese Fassung nicht, nur das Original von 1976: "Dracula - Geschichte des berühmten Vampirs". Und die ist für mich ein Klassiker geblieben. Dort gab ebenfalls Regnier den Dracula, Harker wurde aber von Michael Poelchau gesprochen (dem Old Shatterhand aus der Winnetou-Reihe, erinnert sich noch jemand?), und der große Hans Paetsch war der Erzähler. Wer diese Version verpasst hat, ist wirklich zu bedauern.

Mirko (obsession77[at]gmx.de) schrieb am 19.04.03:
Vielleicht kennt Ihr folgenden Versprecher von Günther Ungeheuer noch nicht: Dracula, König der Vampire / RDK, Titel 5 - ab 1:09: Jonathan brennt Mina das Kruzifix in die Haut und verlangt, dass sie ihm ihren Hals zeigt. Vor lauter Aufregung verhaspelt er sich - ob das so im Drehbuch stand? ;-) Mina: "Ich trage das Mal der Schande!" / Jonathan: "Jetzt begreife ich, Mina. Lass mich deinen Hals sehen!" / Mina: "Nein ...!" / Jonathan: "Ich muss ihn sehen! Bitte, Mina! Ich muss den Sohn!" Dieser Versprecher ist mir erst heute nach über 15 Jahren aufgefallen ...

Christian Heidemann (---) schrieb am 14.05.03:
Im Vergleich zu Peter Verstens geradezu göttlichem Dracula, der auch heute noch fast 30 Jahre nach der Produktion von Konrad Halvers brilliantem Hörspiel "Dracula - Jagd der Vampire" für mich der Inbegriff des "Hörspiel-Draculas" ist, liefert Charles Regnier (Friede seiner Seele!) eine ziemlich klägliche Vorstellung ab. Auch das Drehbuch von H.G. Francis ist weder durch besondere Werktreue noch durch Originalität gekennzeichnet. Trash in Reinkultur! Da erfüllt mich selbst die ziemlich idiotische Zeichentrick-Version von Dracula, Graf Duckula, mit mehr Unbehagen.

Sven-Oliver Elbracht (sven-oliver.elbracht[at]www.uni-bielefeld.de) schrieb am 11.06.03:
Nie gab es ein erbärmlicheres DRACULA-Hörspiel; ausgenommen bei "John Sinclair".

Didi (---) schrieb am 19.06.03:
Absolut verhunztes Werk nach dem Original von Bram Stoker und Konrad Halver. Pfui, pfui!! Warum nur hat man da nicht das Original von 1968 genommen?

Katja (UpperDip[at]web.de) schrieb am 10.07.03:
Athmosphärisch dicht, aber nie wirklich gruselig.

Legrell (---) schrieb am 19.07.03:
Ein typisches Dracula-Versatzstück. Kein Hörspiel und kaum ein Film (außer der Coppola-Version vielleicht) war bisher in der Lage, die Genialität und Komplexität des Romans einzufangen, so auch dieses Hörspiel nicht. Dennoch muß man natürlich berücksichtigen, daß es Teil einer Jugendhörspielserie für Teenager war bzw. ist, und daß man deshalb weniger strenge Maßstäbe ansetzen sollte. Eine Raffung und Vereinfachung der Story und eine Streichung vieler Szenen und Figuren ist für das Drehbuch für ein dreiviertelstündiges Hörspiel durchaus sinnvoll. (Zwar kann man einerseits darüber diskutieren, ob es dann überhaupt Sinn macht, ein Hörspiel daraus zu machen, wenn die Romanvorlage dafür ramponiert werden muß; aber andererseits: Eine Grusel-Jugendhörspielserie ohne den klassischen Dracula? Fast undenkbar, vor allem vor dem Hintergrund, daß die komplette Serie darauf aufgebaut wurde, klassische Horrormotive aufzugreifen.) Und wenn man diesen Schritt erst einmal gegangen ist, ist der nächste Schritt, nämlich die teilweise Umkonstruierung der Handlung (z.B. daß Harker und Mina ZUSAMMEN nach Transsylvanien reisen) nicht mehr weit entfernt. Von dieser Warte aus betrachtet, finde ich diese Folge gar nicht übel, zumal auch einige Szenen gar nicht schlecht inszeniert sind (z.B. die unheimliche Kutschenfahrt). Nur hätte ich mir eine bessere Besetzung gewünscht. Günther Ungeheuer - als Erzähler eine Bank - ist als Harker ein Flop. Er wirkt stimmlich 35 Jahre älter als Reinhilt Schneider, was die Rolle der beiden als verlobtes Pärchen unglaubwürdig macht, denn schließlich stammen beide aus elitären, konservativen Kreisen des 19. Jahrhunderts, die eine Liaison zwischen einem alten Knacker und einer blutjungen Jungfer niemals gebilligt hätten. Außerdem spricht Günther Ungeheuer seine Rolle so schläfrig, als habe er drei Nächte durchgemacht. Reinhilt Schneider klingt wie ein Mädchen mit einer Frauenstimme oder wie eine Frau mit einer Mädchenstimme - ganz nach Belieben, jedenfalls recht albern. Und schließlich wirkt auch Charles Regnier deplaziert. Zwar war er der Europa-"Standard-Dracula", aber ich finde seine Stimme für seine abgrundtief dämonische Rolle viel zu hell und kichernd. Er erinnert mich viel zu sehr an den Sesamstraßen-Dracula "Graf Zahl"! Na, ja, wie auch immer. In der Endabrechnung bekommt das Hörspiel jedenfalls eine Schulnote 3 minus von mir.

DiBo (---) schrieb am 23.09.03:
Ende der 70er habe ich als Kind das Hörspiel "Dracula - Die Geschichte des berühmten Vampirs" zum ersten Mal gehört und konnte es bis zum heutigen Tage nie wirklich vergessen ... ein absoluter Klassiker! Die Atmosphäre, die sprecherischen Glanzleistungen und unheimliche, sehr passende Musik, einfach großartig! Gehört für mich zu den drei besten Hörspielen (zusammen mit "Dracula trifft Frankenstein" und "Rätsel um die grüne Hand") aller Zeiten! Als ich dann diese Folge der Gruselserie 1981 erstanden habe, war ich zuerst auch enttäuscht, da ich aufgrund des gleichen Covers auch das gleiche Hörspiel erwartet hatte. Grundsätzlich muß ich sagen, daß mir auch "König der Vampire" ganz gut gefällt ... im direkten Vergleich zum oben genannten Meisterwerk, kann diese Version aber leider nicht mithalten. Wenn man sich alleine Charles Regnier anhört (den ich für einen glänzenden Dracula-Sprecher halte), wirkt er in der Version aus 1976 um einiges unheimlicher und bedrohlicher. Natürlich muß man dabei auch bedenken, daß zwischen beiden Versionen 11 Jahre liegen, da sein Part ja aus "Jagd der Vampire" (1970) in die überarbeitete Version aus 1976 übernommen wurde! Vielleicht ist das der Grund. Da mich aber die Figur des Grafen schon immer sehr fasziniert hat und mir schaurige Geschichten, die auf alten Schlößern spielen, gefallen, finde ich auch dieses Hörspiel durchaus gelungen. Natürlich muß ich nicht erwähnen, daß ich hier die Ur-Version mit der alten Musik bewerte, da ich die RdK für nicht so gelungen halte!

Sven-Oliver Elbracht (---) schrieb am 17.10.03:
[at] Thomas S.: Was meine "Erwartungen ... an ein Gruselhörspiel mit dem Zusatz ab 14" anbetrifft, lieber Thomas, so gibt es darauf eine einfache, wenngleich sehr subjektive Antwort: MACABROS - neben SF-Kollege Perkins das unbestreitbare Nonplusultra in Sachen Hörspiel-Unterhaltung. Selbst wenn ich den Vergleich mit dem meiner Ansicht nach absolut genialen Dan Shocker-Entwurf und die unseligen Querelen, ob und inwieweit man als Autor im Rahmen einer Hörspielproduktion nun einem Buch wie "Dracula" gerecht zu werden vermag, beiseite lasse, ist es schon ziemlich erschreckend, wie ungeheuer voreingenommen und phantasielos gewisse Leute (veranlagt) sind, wenn sie mittels billiger Polemik und der hermeneutischen Überbetonung eines unkritischen Rationalismus, welcher den Vampirismus und insbesondere Dracula himself nur noch als Ausgeburt anspruchsloser Trivialliteratur (siehe Dracula II bei JOHN SINCLAIR) begreift, jeden noch so schüchternen Versuch einer alternativen Les- und Interpretationsart, die ganz bewußt mit dem Kanon der etablierten Rezeptionsgeschichte bricht, schon im Vorfeld als banal und idiotisch abzuqualifizieren versuchen. Im Vergleich zu einer Vielzahl von Versuchen, sich dem Phänomen Dracula aus einer rationalistisch-distanzierten Perspektive (so z.B. durch Psycho-Analyse, Eros, Literaturtheorie etc.) anzunähern, beschreitet das Metaphysisch-"Religionswissenschaftliche" einen alternativen und damit auch meiner Ansicht nach interessanteren Weg, denn durch die Einflechtung des Übernatürlichen wird es auch möglich, Dracula in seiner spezifischen Wechselwirkung mit dem Sagenstoff des Vampirismus, der abzüglich aller Überfärbungen durch psycho-analytische und erotisch-sensualistische Klischees nichts anderes als die archaische Urangst der Menschen vor der unheilbringenden Wiederkehr der Toten thematisiert, näher zu erfassen. Dies ist dann nicht mehr der Dracula der Erwachsenenwelt, das durch zig Interpretationen und cineastische Inszenierungen entstellte Zerr- oder besser Spiegelbild der postmodernen Gesellschaft, sondern das im wörtlichen Sinn irrationale Phantom der Kindheit, das "dort" zum Synonym für eine allgemeine seelische Angst wird. Die (literarische) Vorstellungswelt der Kindheit weiß mit den vernunft- und intellektgesteuerten Vorstellungen von Angst, Sexualität und Tod (siehe oben) rein gar nichts anzufangen, sondern reduziert stattdessen die Angstvorstellung (hier: Dracula) auf die unmittelbar "reale" (im Sinne von seelische) Wahrnehmung. Sexualität ist in jeder Hinsicht bedeutungslos, d.h. nicht-existent. Draculas Nähe zum Übernatürlichen ergibt sich für mich allein schon durch das dazu analoge Wörtchen "untot" (also etwas oder jemand, der trotz seines biologisch eindeutigen Todes nicht tot ist!). Dies bedeutet schon einen Widerspruch in sich, denn entweder ist man tot oder lebendig (aber nicht beides zusammen!). Exterminiert werden dadurch auch die meiner Ansicht nach absolut falschen Vorstellungen, die aus Dracula ein allzu menschliches (und damit auch naives) Zerrbild, so z.B. das des aristokratischen Charmeurs oder des dekadenten Lüstlings gemacht haben. Einzig übrig bleibt dabei die wirkliche literarische, mythologische und sonstige Identität des Vampirs, nämlich die des Ungeheuers bzw. des blutsaugenden Teufels. So gesehen ist der Vampirismus nichts anderes als das kindlich-literarische Spiel mit den Mächten der Finsternis, die nicht zuletzt wegen ihrer moralischen, kulturellen und religiösen Tabuisierung (durch Gesellschaft und Religion) als Repräsentanten einer verborgenen phantastischen Alternativ-Wirklichkeit fungieren, als deren "gleichberechtigter" Partner sich der Mensch, implizit auch der Hörer, begreift. Ferner steht Dracula auch für die letzte existentielle Sinnfrage, nämlich: gibt es ein Leben nach dem Tod? Welchen Sinn oder Wert besitzt das menschliche Leben (besonders aus einer metaphysischen Perspektive)? Doch geht es dabei nicht allein um den Vampirismus und den Tod, sondern in erster Linie um Satan, der noch vor dem Tod das größte aller sozialen, kulturellen, literarischen wie religiösen Tabus ist und somit das eigentliche Ziel dieses "Spiel(en)s". Der Verbindung von Satan bzw. Satanismus und Vampirismus wurden auch im Heftroman-Bereich, so z.B. Beim "Puppenmacher"-Original (Dämonenkiller 3) interessante Plots gewidmet. Eine besonders prägnante Szene ist die mit der schwarzen Messe im Keller des Herrenhauses, wo sich die blutdürstigen Vampire auf die verzückten Teufelsanbeter stürzen und sie aussaugen wollen (Vampirismus = satanistische Ekstase). Allein schon durch seine kategorische Weigerung, die gottgegebene Realität mit ihren Grenzen von Leben und Tod anzuerkennen, wird Satan zum "imaginären" Vorbild und Vater des Vampirismus, d.h. des im biblischen sinne Archaisch-Verbotenen. Stoker selbst weist im Roman auf die bestehende Analogie zwischen Satan und Dracula hin, nämlich als van Helsing auf Draculas Genealogie zu sprechen kommt und dabei ausführt, daß Dracula einem uralten rumänischen Adelsgeschlecht entstammte, "von denen der Satan jeden siebten (?) als Tribut forderte". Was aber darüber hinaus meine "spannende Frage nach Draculas Seelenleben" angeht, lieber Thomas, so gestaltet sich die diesbezügliche Antwort als weit weniger unspektakulär und lächerlich: Dracula ist ein Nicht-Toter, also ein nachtaktives Wesen, das sich trotz des körperlichen Todes seiner Sinne und Kräfte (einschließlich der seines Gehirns!) in mannigfacher Weise zu bedienen vermag. Wie kann das sein? Wenn Draculas Gehirn (einschl. seines Intellekts, Geistes oder Bewußtseins) "tot" ist, dürfte ihm dessen Gebrauch (auch im Hinblick auf das von dir genannte Träumen) ziemlich schwer fallen. Wieso besitzt er übermenschliche Körperkraft (in etwa das zwanzigfache von jener eines normalen Mannes)? Nein, es wird wohl so sein, daß Dracula sich des Nachts mittels des von ihm konsumierten Blutes und bestimmter schwarzmagischer Kräfte (siehe Satan) funktionsfähig hält. Tagsüber bleibt er dann eindeutig tot - ein Leichnam, der sich von anderen nur durch den nicht einsetzenden Verwesungsprozess unterscheiden dürfte. Schon in Macabros 2, einem der besten Vampir-Hörspiele aller Zeiten, gibt es denn sicher auch einen für Dracula nicht uninteressanten Verweis auf den existentiellen Dualismus des Vampirdaseins, der sich speziell an den beiden Tageszeiten festmacht. Besonders deutlich wird das bei der Szene, wo der Schwarzmagier Howard Rox (brilliant: Horst Frank!) den nach seiner Enkeltochter suchenden Farmer (Ferdinand Dux) in den Felsenkeller seines Hauses führt und ihm dort die in den Nischen schlafenden Vampirfrauen, darunter auch seine Enkelin, zeigt. Rox führt in diesem Zusammenhang aus, daß "diese Frauen ... tagsüber tot (sind)" und erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder zum Leben erwachen (um ihre Opfer zu suchen). Nun ist Dan Shocker nicht Bram Stoker, doch ich denke, daß es legitim ist, diese Perspektive auch auf den gräflichen Obervampir und seinen untoten Harem anzuwenden. Das Jenseits, explizit die Hölle, erscheint somit während der schädlichen Tageszeit als der einzige logische Rückzugspunkt für Draculas Bewußtsein, Seele oder was auch immer Feinstoffliches von ihm übrig bleibt. Durch das Höllen- und Jenseits-Motiv wird auch in mannigfacher Weise die Phantasie des Autors (und implizit auch die des Hörers) herausgefordert und gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen, einer eher mittelmäßigen Grusel-Story (vgl. Folge 8) noch ein paar interessante Wendungen zu verleihen. Daß es aber auch ganz anders geht (besonders bei eher unbegabten Schriftstellern), beweist uns ja nun seit Jahr und Tag Deutschlands' katholischster Dämonenhasser John Sinclair. Auch literatur- und motivgeschichtlich gesehen sind die Hölle und das Jenseits weitestgehend "unbetretenes Gebiet" (Ausnahmen: John Milton und Dante). Exkurs: Kult-Autor Hugh Walker schrieb Anfang der siebziger Jahre einen hervorragenden Roman, der unseren Disput hinsichtlich Draculas Seelenleben und der damit vebundenen Furcht vor der symbolischen Präsenz Gottes (als natürlicher Kontrahent Satans) auf intelligente und originelle Weise vertieft (Titel: "Vampire unter uns", Vampir-Horror-Roman und Dämonenland Nr. 1). Inwieweit man eine "Was-wäre-wenn-Figur" wie Dracula (in ihrer literarischen wie mythologischen Dimension) nun übersteigert ernstnehmen kann, bleibt dabei genauso wie Deine "rein spielerische Auseinandersetzung (damit)" eine rein subjektive Definition. Spielerisch mutet doch gerade der Versuch einer alternativen Betrachtungsweise an, die konträr zu dem Beharren auf der polemisch-bornierten "es-bleibt-ja-sowieso-alles-Schund"-Schiene die Distanz zur literarischen wie zur sozialen und geistigen Realität betont. Mir macht es halt Spaß (!), die aus meiner Sicht überaus faszinierende Figur des Grafen Dracula (einschließlich seiner multiplen Erscheinungsformen bzw. Variationen in Literatur, Spielfilm und Hörspiel) auf einer autonom-metaphysischen Ebene zu beleuchten, so beispielsweise als das negative Abbild von Jesus Christus (Dracula als "König" der Armen, als eine Art pervertierter Erlösungs- und Heilsfigur). "König" der Armen bedeutet, daß Dracula genau wie Jesus, der nach drei Tagen biblischer Zeitrechnung von den Toten auferstand (und erst dadurch zum Sohne Gottes wurde), den Tod überwunden hat und infolgedessen (auch) unsterblich wurde. Christus tat dies stellvertretend für Gott, Dracula (eben) für Satan (als den personifizierten Gegenpol Gottes). Während der Gläubige durch das symbolische Trinken des Blutes Jesu Christi (beim kirchlichen Abendmahl) zu einem teil von ihm wird, so geschieht - wenn auch unter Vorbehalt - dasselbe mit Draculas "Biss"-Opfern (vgl. Mina, die nach der Vereinigung bzw. dem Trinken von Draculas Blut, zu dessen "eigen Fleisch und Blut" wird). In beiden Fällen ist das Blut eng mit der Vorstellung vom ewigen Leben verknüpft. Alle, die Christus durch das Trinken seines Blutes nachgefolgt sind, haben die Aussicht auf ein besseres ewiges Leben in einem himmlischen Jenseits, Draculas "Jünger" bzw. Opfer hingegen können - sofern sie nicht vorher durch eine christliche Exorzismusprozedur (z.B. durch das symbolische Pfählen oder Verbrennen) erlöst werden - nur in der Hölle, dem Himmel oder Paradies Satans, Erlösung finden (vgl. den Vampirgrafen und Satanisten Karnstein in "Draculas Hexenjagd"). Letzten Endes scheitern sowohl Dracula als auch Satan himself an der (überlegenen) Macht Gottes, der in der Rolle des Vampirjägers van Helsing auftritt bzw. durch ihn wirkt und Dracula besiegt. Nicht umsonst bedeutet das Licht der Sonne, als klassisch-biblisches Symbol der göttlichen Offenbarung und deren allumfassenden Sieg, den end-gültigen Tod Draculas und seiner vampirischen Artgenossen - siehe die letzte Szene aus dem genialen Coppola-Spielfilm, wo Mina/Elisabetha dem verwundeten Dracula den erlösenden Säbel ins Herz sticht und ihn anschließend damit enthauptet. Kurz darauf geht über dem geschändeten Altar, wo Vlad Dracul im Zorn Jesus Christus verwundete (also das Kreuz) und dessen Blut trank, welches ihn in den Vampir Dracula erst verwandelte, die Sonne (Gott) auf, die ihn wieder in einen Menschen zurückverwandelt. Die Macht des Bösen ist damit endgültig gebrochen! Als letztes Symbol oder Botschaft wird dann noch das Heiligenbild, das über dem Altar, wo der Vampir Dracula "geboren" wurde, eingeblendet, welches die Wiedervereinigung Draculas mit seiner Braut Elisabetha, die durch Minas fromme Tat aus der Hölle erlöst wurde, im Himmel beschreibt. Die unheilige, widernatürliche Auferstehung des Fleisches (Dracula als lebender Leichnam und leibhaftiges Kind Satans) wird durch dieses Ereignis bzw. dieses göttliche Heilsgeschehen wieder zunichte gemacht (Sieg der Wahrheit über die diabolische Macht der Lüge!). Der Mensch (!) Dracula kommt in den Himmel, der Vampir Dracula, also die fleischliche Auferstehung einer verdammten Seele, transformiert sich wieder zum gestaltlosen Schatten (ohne materielle oder gar fleischliche Konsistenz), der flugs in die Abgründe des Totenreiches, nämlich die Hölle, dem einzigen "Ort", wo er noch real zu exisitieren vermag, zurück muss. Allein dort unten existiert Satans Macht, die mystische Grundlage für Draculas Existenz, wirklich, denn allein die Seele darf nach dem Tod des Körpers - so Gottes Gesetz - wieder auferstehen. In diesem Kontext ist es auch einleuchtend, wenn Draculas untoter Körper im Sonnenlicht zerfällt und nicht verbrennt ...! Draculas eigentliches Ich ist und bleibt das Böse, und seine Rolle in Literatur (und mit Vorbehalt auch in Gesellschaft und Religion) bleibt die des vermenschlichten Abbildes Luzifers, des obersten Herrn aller Vampire und Nachtwesen. In dieser Tradition stehend, könnte man Dracula auch als literarischen Vorläufer zu Damien Thorne, dem leibhaftigen Antichristen, begreifen, der eine eigene, von Gott und Gesellschaft autonome, wenn nicht gar emanzipierte Interpretation von Gut und Böse, Leben und Tod sowie von Himmel und Hölle (Satan als akzeptable Alternative zu Gott?!) anbietet. Zum Hörspiel selbst: im Gegensatz zu einer Vielzahl hervorragender Europa-Produktionen (z.B. Gruselserie-Folge 6, Commander Perkins, Macabros etc.) ist die vorliegende Folge handwerklich wie inhaltlich unter aller Sau. Angefangen bei der miserablen Regie über die weitgehend unbegabten und unmotivierten Sprecher (lediglich die Nebenrollen sind mit Horst Stark und den Klippsteins gut besetzt!) bis hin zum schwachen Drehbuch kann man dieses "Hörspiel" nur mit John Sinclair vergleichen (eine echte Schande für eine Firma wie Europa!). Davon unabhängig liegt der Unterhaltungswert durch den Mangel an Gewaltszenen und Spannungselementen bedingt bei knapp über Null (dafür gefallen mir die restlichen Vampir-Hörspiele der Gruselserie umso besser!). Ein hervorragendes "Dracula"-Hörspiel, speziell für die Gruselserie, wäre meines Erachtens eine intelligente Mischung aus der originellen Story von Folge 6, den Schock-Effekten von "Gräfin Dracula" und dem actiongeladenen Inselduell (Folge 10). Der Vollständigkeit halber müsste ich in diese Aufzählung noch Folge 2, die mir ebenfalls sehr gefällt und "die wohl auch der Grund für (meine) schäumenden Beiträge zu Francis' Dracula-Hörspielen (ist)" (Dennis Lemmler), miteinbeziehen. Doch ich denke, das reicht! P.S.: zu Dracula und seiner Rolle als "Antichrist" gibt es darüber hinaus auch ein biblisch-neutestamentarisches Pendant: Judas Ischariot, der abgefallene Jünger, welcher Jesus an die Pharisäer verriet und sich am Schluss selbst erhängte. Auch Judas kann man als das menschliche Äquivalent zu Luzifer ansehen, der in seinem Größenwahn gegen Gott (hier: Jesus) aufbegehrte und zur Strafe aus dem Paradies verstoßen wurde (vgl. John Milton, Das verlorene Paradies). Der gefallene Erzengel, in seiner literarischen wie theologischen Funktionalität auch mit dem Kindermörder Herodes vergleichbar, avancierte dadurch zum Vorbild und Inbegriff von Hochmut und Sündenfall (siehe das altdeutsche sprichwort: "Hochmut kommt vor dem Fall"). Interessanterweise wurde dieser anrüchige Stoff auch in Sieben-Siegel-Folge 5 (Titel: "Schattenengel") aufgearbeitet, einem hervorragenden Fantasy-Hörspiel, das ich auch den Fans der Gruselserie ans Herz legen möchte. Es lohnt sich, zumal es sich dabei - auch qualitativ gesehen! - um etwas ganz anderes als um John Sinclairs infantil-"katechetistische" Engel-Plots handelt ...!

Andreas (---) schrieb am 20.10.03:
Als ich mir vor ca. 2 1/2 Jahren innerhalb weniger Monate samtliche Folgen der Gruselserie kaufte, verzichtete ich auf zwei Folgen: "Das Schloss des Grauens" und "Dracula - König der Vampire". Ich dachte, dabei handelt es sich um zwei Wiederveröffentlichungen von "Uralthörspielen", die ich selbst hatte ("geerbt" quasi): "Das Gespenst vom Schlosshotel" und "Dracula - Die Geschichte des berühmten Vampirs". Bei ersterem lag ich richtig, beim zweiten aber nicht. Die Gruselserie ging in den 80er Jahren an mir vorbei (ich war auch gerade erst ein Jahr alt). Ich habe erst vor wenigen Monaten begriffen, dass es ein "neues" Hörspiel ist. Prompt bin ich in den Laden gelaufen, habe es auch tatsächlich gefunden, habe es angehört und war nicht enttäuscht. Es war super. Es ist super. Auf seine Weise. Aber nicht vergleichbar mit dem Klassiker von Konrad Halver (und ich kenne von Halver auch nur die entschärfte Fassung!). Das ist aber auch keins von Francis' Hörspielen. Es ist aber sicher eine der besten Folgen. Einen Pluspunkt gibt es außerdem dafür, dass im Gegensatz zu Halver, die Rasierspiegelszene nicht fehlt.

Thomas S. (---) schrieb am 31.10.03:
[at]Sven-Oliver: Bei dem Themenkomplex Vampire, Dracula, dessen literarische Epigonen, Satanismus und Religion sollte man schon sauber zwischen den verschiedenen Aspekten trennen: Vampire sind zunächst einmal Wesen, die eben nicht vollständig sterben; bei ihnen geht es nicht um die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, sondern ob es ein Leben zwischen Sterben und Tod gibt, also eine Lebensform, die den gestorbenen Menschen die endgültige körperliche Vernichtung durch Verwesung erspart und somit dem Tod ein Schnippchen schlägt. Insofern ist 'untot' eben kein Widerspruch in sich, auch bedeutet er keineswegs, daß das Gehirn tot ist - die anderen Organe sind es ja auch nicht - und daß Vampire tagsüber 'eindeutig' tot sein sollen, würde ich auch nicht so sehen, der Zustand wäre doch wohl eher als scheintot, einem Winterschlaf vergleichbar, anzusehen (man muß zudem bedenken, daß die vorwissenschaftlichen Vampir-Mythen zu Zeiten entstanden, da die Erkenntnis des unwiderruflichen Hirntodes durch Sauerstoffmangel völlig unbekannt war, und eine Reaktivierung eines kurzzeitig Toten schien durchaus im Bereich des Möglichen). Der Mythos vom Vampir bedient gerade die Angst vor dem Tode, indem er eine Möglichkeit begründet, daß man sterben kann (was nach aller menschlicher Erfahrung unausweichlich ist), ohne jedoch endgültig seine körperliche Identität zu verlieren. Die Methode des Bluttrinkens bietet dabei den Vorteil, daß sie sowohl den Blutsauger in diesem Schwebezustand hält, als auch dem Ausgesaugten die Möglichkeit gibt, als Vampir wiederzuerwachen. Letztendlich also ein Deal auf gegenseitigem Vorteil (wenn man davon absieht, daß für den Ausgesaugten natürlich das letzte Stündlein geschlagen hat). Zwar wird dabei eine tabuisierte Methode aus dem Grenzbereich des Kannibalismus (eine Frage der Blutmenge) geschildert, die aber an sich nicht als eindeutig 'böse' Handlung bewertet werden kann. Auch mit Satanismus hat dies wenig zu tun, sondern es geht primär darum, die Todesangst durch ein Scheintodkonzept mit Ewigkeitoption abzumildern. Dieser Aberglaube erscheint dabei der naiven Wahrnehmung 'realistischer' als der Jenseitsglaube, da er sich auf erfahrbare Phänomene berufen kann: frisch Verstorbene können unter Umständen sogar 'Leben' imitieren, indem sich im Laufe des frühen Verwesungsprozesses Gliedmaßen durch Muskelversteifung und -entspannung 'bewegen' können, auch der Haarwuchs bleibt zunächst erhalten, durch Gasbildung 'kräftigt' sich dann scheinbar der zunächst eingefallene Körper und bekommt eine 'gesunde' rötliche Färbung. Und falls der Tote zufälligerweise in einem geeigneten Lehmboden begraben wurde, verwest er nicht mal. Und gerade in solchen verwesungsarmen Gegenden manifestierte sich der Vampirglaube dann logischerweise am stärksten. Die literarische Kunstfigur Dracula hingegen ist nun aber vor allem ein Vampirsolist, ein Egomane, der nur für sich allein steht. Auch wenn sich der Blutsauger an Jonathan Harker versucht, faktisch - und dies ist entscheidend - mehrt Dracula aber nur seinen Vampirellaharem. Es gibt keinen zweiten männlichen Vampir im Roman, von der Gräfin Dolingen im abgeschnittenen Anfang 'Draculas Gast' über die drei Vampirbräute bis hin zu Lucy, alle sonst sind weibliche Vampire. Deshalb ist bei diesem Roman tatsächlich die freudianische Deutung von mindestens gleichgroßer Bedeutung wie die Urangst vor dem Tode, die Dracula in eine Reihe mit dem Sensenmann stellt. Die Interpretation vom 'aristokratischen Lustmolch' ist eben deshalb auch richtig, weil Stoker die Vampir-Legende benutzt, um in seiner Dracula-Figur eben nicht nur einen waschechten Vampir darzustellen, sondern ihr auch jede Menge menschliche Eigenschaften verleiht, deren Darstellung bei Normalsterblichen in der viktorianischen Gesellschaft tabuisiert waren. Nicht die Kritik, daß Dracula zu vermenschlicht interpretiert wird, ist die richtige, sondern man könnte vom Standpunkt der reinen Vampirlehre allenfalls behaupten, daß Stoker selber Dracula zu viele menschliche Züge verpaßt hat. Es ist gerade im Gegenteil die populäre Umdeutung Draculas zu einer Satansfigur - wie übrigens auch die des Frankenstein-Geschöpfes in ein umoralisches tierisches Monster -, die auf die literarische Figur Wesenszüge projiziert, die Stokers Original nicht gerecht werden. Insofern sollte sich alle Kritik an dem Hörspiel, welches sich trotz aller Verkürzungen und Veränderungen doch noch erkennbar an Stokers Roman orientiert, immer vor Augen halten, daß der Dracula dieser Folge und die Dracula-Varianten der anderen Folgen ganz unterschiedliche Entwürfe sind, ein Umstand, der innerhalb einer Serie, die durch ihr Erscheinungsbild eine gewiße Homogenität verspricht, natürlich zu Irritationen führt. In der Popularisierung Draculas durch Filme und literarische Nachschöpfungen werden der Vampir-Galionsfigur natürlich andere Wesenszüge angedichtet, in denen natürlich auch Aspekte wie Satanismus, Schwarzmessen und magische Kräfte eine Rolle spielen können, mit Stoker hingegen hat dies kaum noch was zu tun. Deshalb ist es eben nicht legitim, alle literarischen Vampire oder Film-Draculas in einen Topf zu werfen und entsprechend gleichmäßig zu interpretieren. Es gibt Vampire, die sich in Wölfe und Fledermäuse verwandeln können, es gibt Einzelvampire, es gibt Vampirkollektive, es gibt solche, denen das Sonnenlicht seltsamerweise nicht viel ausmacht, es gibt solche, gegen die auch Knoblauch oder Kreuze nicht helfen, es gibt Menschen, die schon vor ihrem Tod zu Vampiren mutieren, usw. Auch gibt es Vampirmythen, die völlig außerhalb christlicher Traditionen entstanden sind. Natürlich mag man darüber streiten, was die wahren Vampire sind, und wie diese dann mit metaphysisch-religöser Tiefe diskutiert und in einem rein dualistischen Weltbild von Gut und Böse in die Reihe der Dämonen eingepaßt werden können. Freilich, wenn man eine Weltsicht auf die beiden sich kategorisch ausschließenden Pole verkürzt, wird man nicht umhinkommen, den Vampir (oder auch Ischariot) als etwas grundsätzlich, absolut Böses anzusehen und ihn damit in die Nähe des Satans zu rücken, wobei sich die Antwort nach dem Seelenleben von Vampiren dann auch automatisch einstellt. Auch wird man die Vertreibung aus dem Paradies oder den Abfall Luzifers von Gott als Ursünde betrachten (wobei beides eigentlich das Erwachen des menschlichen Bewußtsein symbolisiert und damit die Fähigkeit, nun auch nach moralischen Maßstäben - also zwischen den Extremen Gut und Böse - handeln zu können). Und so erwächst auch eine reine Absolut-Böse-Interpretation des Vampirismus nicht aus den Vampir-Mythen an sich, sondern aus der dualistischen moralischen Weltsichtbrille, mit der man derartiges betrachtet.

Karsten (musashi72[at]web.de) schrieb am 10.03.04:
Eine sehr schwache Produktion, da insbesondere diese Fassung vollkommen von der Buchvorlage abweicht. Günther Ungeheuer erscheint mir hier auch falsch besetzt, und Charles Regnier bietet eine sehr schwache Vorstellung. In der ursprünglichen Version (E 2099) bietet er eine starken Auftritt, hier erscheint sein Spiel oberflächlich und lustlos. Reinhilt Schneider versucht, in ihrer Rolle aufzugehen und stellt dabei die männlichen Akteure voll in den Schatten. Eigentlich ein Witz, dass hier eine so wichtige Person wie Van Helsing gänzlich weggelassen wurde. Das Gebrabbel über die Aspekte Bram Stokers kann man sich hier ja wohl sparen.

Karsten Sommer (sandmaennchen72[at]hotmail.com) schrieb am 10.03.04:
Ich weiß nicht, ob man es als Fehler bezeichnen kann, zumindest war ich etwas verwirrt. Als Mina und Jonathan das Schloss erkunden, dies erfolgt am Nachmittag, weist Mina zu einer Tür und fragt, ob sie dort lang gehen sollen. Jonathan wähnt, dass es dort in das Kellergewölbe geht. Kurze Zeit darauf will Mina plötzlich nicht mehr durch diese Tür gehen und fragt Jonathan, was sie da unten denn wollten, als wenn es nichts zu finden gäbe.

Frank (---) schrieb am 17.03.04:
Nun ja. Bei diesem Hörspiel bin ich etwas zweigeteilt. Die Dracula-Story an sich kann man in rund 40 Minuten natürlich nicht zufriedenstellend unterbringen. Die Beschränkung auf die Schlossszenerie ist dabei sicherlich die eleganteste Lösung und wäre auch durchaus als gelungen zu betrachten, wäre da nicht dieser völlig misslungene Schlussteil. Plumper geht's nicht. Dracula entpuppt sich nicht als überlegener, kalter Geist, sondern als tumbes Monster, dessen Weitblick in etwa Bleistiftlänge hat. Atmosphärisch gibt es nicht viel zu meckern, da Sprecher (Ungeheuer/Schilt) und Musik durchaus ansprechend gestaltet wurden, mit einer Ausnahme: Entgegen der Meinung vieler Kommentatoren halte ich die knarzige Stimme Charles Regniers als Dracula für fehlbesetzt. Hier gefiel mir Gottfried Kramer in den "Blutfürsten" wesentlich besser, da seine Stimme von einer agressiven Überlegenheit unterlegt ist. Eine Frage sei grundsätzlich gestellt: warum gab es in der gesamten Produktion kein auf zwei Kassetten aufgeteiltes Hörspiel, wie es z.B. bei den Winnetou-Hörspielen der Fall war? Das hätte meiner Meinung nach einigen Produktionen wirklich gut getan.

Harald (---) schrieb am 09.05.04:
Durch die Hinzufügung von Mina gewinnt das Hörspiel an Qualität, auch wenn es vom Roman von Stoker abweicht. Erreicht aber nicht das Niveau von Konrad Halvers "Dracula - die Geschichte des berühmten Vampirs", denn H.G. Francis geht auf die Geschehnisse in London gar nicht ein, Halver widmet ihnen immerhin die gesamte Seite 2 seiner Version.

charli (charlesmanson76[at]aol.com) schrieb am 14.12.04:
was würde ich darum geben, eine hörspiel-version von "TANZ DER VAMPIRE" zu besitzen! (die beste dracula-version aller zeiten und auf ewig ungeschlagen!) aber dafür müsste man die erstmal produzieren! also begnüge ich mich halt mit der HG francis version "dracula könig der vampire"!!! entgegen der altbekannten version von bram stoker geleitet mina ihren gatten jonathan zum schloss des grafen D's ...! warum? weil man längst nicht soviel zeit wie in einem buch oder einem film aufbringen kann! denn wie wir alle wissen, gehen des francis' düstere abenteuer im schnitt nur 36 minuten! (leider) so verlagert man die ganze geschichte auf die kutschfahrt und auf's schloss! was, wie ich sagen muss, trotzdem sehr gut gelungen ist! und wer meine kommentare zu anderen HG storys der gruselreihe gelesen hat, der weiß wohl, wie sehr ich auf vampir- bzw dracula-geschichten abfahre!!! finde auch jede geschichte HGs mit vampiren mega wonderfull!!! -- sei es kerker des grauens, dracula trifft frankenstein oder tochter dracula sowie das duell mit dem vampir! allesamt gut gelungen und von mir am häufigsten gehört. bis auf 2-3 folgen höre ich alle ganz gerne! man hat halt seine favoriten! zurück zu lück ... ähh zu dracula könig der vamp., finde schon den anfang in der kutsche ziemlich kultig! sowohl die in der ersten wie auch in draculas kutsche, finde ich beide haben ihren grusel erreicht. tolle hintergrund geräusche sind auch mit von der partie! wolfsgeheule, wind und musik machen mal wieder eine superschaurige atmosphäre aus!!! was von den sprechern nur bestens unterstützt wird. eventuell hätte man noch eine kleine packung "der graf kommt nach london" einbauen sollen! hätte das ganze dann perfect abgerundet. aber wie schon erwähnt, reicht die zeit nicht, um alles zu bekommen, was man sich so wünscht! spitzenidee finde ich auch, das j. harker den sprecher selbst mimt! kommt sehr gut an und hat den tagebucheffekt, wie wir den aus "werwolf" schon kennen! gruselfaktor hat diese version allemal reichlich und sitzt deshalb auch mit kerker des grauens & blütfürsten (dracula trifft frankenst.) mit oben an der spitze meiner favoriten! und da ich gerne punkte vergebe, um die geschichten für jedermann sichtbar zu bewerten, gebe ich hier auch 8 von 10 points! aber 8 starke mit hang zur 9!! gruß euer charli

marco (---) schrieb am 24.03.05:
Ich finde diese Folge nicht unbedingt ab 14 Jahre, aber egal. Sie ist trotzdem nicht schlecht und ist auch sehr spannend. Aber auch keine richtige Folge zum Gruseln. Und übrigens: Ist das nicht von einem Film nachgemacht? Note: 2+

Janis (Count456[at]gmx.de) schrieb am 10.07.05:
Ich finds irgendwie langweilig, dass man Vampire so leicht umbringen kann. Man muss ihnen nur das Kreuz unter die Nase halten, und der Vampir schreckt zurück. Man kann ihn also ohne Probleme ausschalten. Bei allen Folgen der Gruselserie, wo Vampire vorkommen, sterben die Vampire an einem Unfall oder Mord, nachdem man sie mit dem Kreuz bedroht hat. Das ist auf Dauer LANGWEILIG. Trotzdem gefällt mir diese Folge ganz gut. Vor allem wie der Schauplatz beschrieben ist, find ich sehr zum gruseln.

DR. Frank N. Furter (a-kelkenberg[at]web.de) schrieb am 10.08.05:
Tja, leider scheitern die meisten Umsetzungen von Stokers "Dracula" - filmisch oder auf Tonband oder im Theater - an der Ferne vom Original ... so auch hier. "Dracula, die Geschichte des berühmten Vampirs" war zwar anders, aber auch nicht besser. Zumindest gehen aber beide Versuche ERNSTHAFT an die Vorlage heran ... in Folge 10 muss Dracula dann ja nur noch als Aufhänger für eine hanebüchene Vampirstory herhalten und wird dabei kräftig durch den Kakao gezogen à la "Tanz der Vampire" ... also Günther Ungeheuer ist ein ansprechender Harker, endlich mal ein etwas reiferer Typ, der nicht sofort vor Grauen in Ohnmacht fällt - wäre auch fatal, wo er ja mit Charles Regnier äääähm Dracula in den Nahkampf gehen muss, ganz ohne Edward van Sloan, ich meine natürlich Abraham "Wolverine" van Helsing mit der Pfahlschussambrust als Sidekick ... diese Folge war glaube ich auch eher an das Theaterstück angelegt, das soweit ich mich erinnere auch nur auf Draculas Schloss spielte. In diesem traten z.B. Bela Lugosi in den 20er Jahren und Frank Langella in den 70ern als Dracula auf (ersterer ist tot aber glücklich wie Leslie Nielsen, letzterer sitzt wegen eines etwas realeren Mordes als die des Dracula im Knast). Insofern ist dies eine interessante Variation des Dracula, hat mit Stoker aber kaum noch was zu tun. Schade ... aber wie sagte schon Joseph Batiste Machon: "Sie nehmen so ein Affentheater doch nicht etwa ernst??!!"

Piccolo (pohl-und-piccolo[at]hotmail.de) schrieb am 21.09.06:
Einen langen, aus der völligen Subjektivität von Tagebucheinträgen, Magnetspulenaufzeichnungen etc. verfaßten Roman wie Bram Stokers "Dracula" auf rund vierzig Minuten zu reduzieren, das setzt schon einen Autor von großem Textverständnis voraus. H.G. Francis hat m.E. eine ganze Menge Schund verbrochen, aber hin und wieder gelangen ihm halt auch echte Meisterwerke, und eines davon ist ganz bestimmt "Dracula - König der Vampire".
Francis tat gut daran, nicht den ganzen Roman in die Hörspielfassung zu pressen, sondern sich auf den ersten, inhaltlich in sich einigermaßen geschlossenen Teil der Romanvorlage zu beschränken. Für mein ganz persönliches Empfinden sind die Szenen auf Draculas Schloß nicht nur im Roman, sondern auch in den allermeisten Filmadaptionen die atmosphärisch dichtesten. Als ich vor Jahren plante, eine Puppentheaterfassung (für Erwachsene, versteht sich) von "Dracula" auf die Bühne zu bringen, plante ich ein Stück, daß sich ebenfalls auf genau diesen Romanteil beziehen sollte (leider ist damals nichts draus geworden). Draculas Schloß, diese Gegenwelt zu Harkers und unseren sonstigen Erfahrungen, in der die selbstverständlichsten Regeln plötzlich außer Kraft gesetzt zu sein scheinen, bietet derart mehr als genug Stoff für vierzig den Atem stocken lassende Minuten. Gerade die inhaltliche Beschränkung ist der geniale Schachzug Francis' bei dieser Hörspielversion.
G. Ungeheuer war ein großartiger Schauspieler und Sprecher, aber ausgerechnet hier gefällt er mir nicht besonders: Zu analytisch, zu erkennend bewegt sich sein Harker durch das Zwielicht in Draculas Schloß; ich mag ihm seine Furcht und seine Sorge um Mina nicht recht abnehmen.
Charles Regnier in der Titelrolle hingegen ist schlicht die Idealbesetzung zu nennen, gerade weil er NICHT den Darstellungen Béla Lugosis und Christopher Lees entspricht, sondern die Rolle für sich völlig neu entwickelt. Ruhig und entspannt spricht er seine Rolle, vermeidet dabei überflüssiges Pathos, und doch hört man jederzeit einen drohenden Unterton in seiner Stimme. Bewußt läßt er viele Sätze offen, geht stimmlich nicht so weit herunter, wie es am Ende eines Satzes gewöhnlich üblich ist. Im Gespräch mit diesem Dracula hat niemand außer ihm selbst das letzte Wort, weil er seine Sätze eigentlich nie enden läßt - fabelhaft! Es ist nicht zuletzt der Faszination seiner Dracula-Interpretationen zu verdanken, daß ich viele Jahre später den damals bereits 85jährigen Charles Regnier bat, die Sprecherrolle in meiner Puppenspielfassung von "Hänsel und Gretel" zu übernehmen (was er auch tat: Er sprach die Erzählertexte für diese Inszenierung in seiner Münchner Wohnung auf Band); übrigens klang darin noch einmal etwas "Draculöses" durch, als er das Erscheinen der dämonisch angelegten Hexe ankündigte ...
"Dracula - König der Vampire" ist ein ausgezeichnetes Hörspiel; leider hat Europa durch die Wahl eines ähnlichen Covers sehr zur häufigen Verwechslung dieser Fassung mit der legendären "Geschichte des berühmten Vampirs" beigetragen (siehe Kommentare auf www.europa-vinyl.de) - ein neues Cover zu einem neuen Hörspiel wäre sinnvoll und richtig gewesen.

Peter Lensch (petertallulah[at]yahoo.de) schrieb am 20.08.07:
Günther Ungeheuer hat mich als Erzähler beeindruckt. Nun habe ich mir dieses Hörspiel zugelegt und wurde enttäuscht. Und von wem? Günter Ungeheuer. Als Jonathan Harker wirkt er seltsam teilnahmslos und ausdruckslos. Während R. Schneider eine durchaus passable Leistung abliefert. Enttäuschend das vorhersehbare Ende! Insgesamt sehr mittelmäßig.

Cince (---) schrieb am 02.09.07:
Ein freundliches Hallo an alle Hörspiel-Freunde. Dracula - König der Vampire ... kannte ich schon damals als 12jähriger Junge und hab es gerne gehört - hoher Gruselfaktor. Heute mit 30 Lenzen höre ich es mir immer noch gerne an (ihr kennt das sicher, man kann ja besser einschlafen) und ich muss sagen, bis auf einige Parts des Hörspiels finde ich es als allgemein gelungene Umsetzung. Der Schluss ist etwas abrupt abgehandelt, aber dennoch teil-dramatisch inszeniert. Was mir jedoch gut gefällt, ist die Art wie Charles Regnier Dracula phasenweise interpretiert. Das hat für mich schon gruselndes, verbales Ambiente versprüht. (Dracula und der Kutscher am Borgopass ("... in meine Kutsche damit!", "Ja, Herr!") oder die Szene nach der Ankunft am Schlosstor.) Musikalisch, finde ich, hervorragend untermalt. Harker klopft und Dracula öffnet ihm die Tür ("Graf Dracula?", "Willkommen in meinem Schloss ..." etc.). Finde, Regnier hat die Rolle gut interpretiert. Kurz geschrieben, die Folge 3 gehört für mich zu den TOP 3 dazu. Würde gerne mal die 70er bzw. 76er Varianten hören, doch leider kann ich darüber nur lesen, find nirgends ... na ja, lassen wir das mal. P.S. Der Kutscher war irgendwie nen cooler Typ.

Tom Fawley (---) schrieb am 09.09.07:
Als ich mir diese Folge 1981 zulegte, war ich der Meinung, es handele sich um die Neuauflage des von mir so geliebten Hörspiels "Dracula - Die Geschichte des berühmten Vampirs" aus dem Jahre 1976, da die Folgen 1, 2 und 4 ja auch Neuauflagen ehemaliger Einzel-Hörspiele waren. Aber was mußte ich da hören, es handelte sich eben nicht um dieses Meisterwerk, sondern um ein neues Hörspiel, das eigens für die "Gruselserie" produziert wurde. "Dracula - König der Vampire" fällt im Vergleich zur oben genannten Fassung aus dem Hause "Europa" etwas ab, da es die schaurige Atmosphäre der alten Produktion nicht erreicht und Hans Paetsch als Erzähler einfach unschlagbar ist! Dies soll jetzt aber nicht heißen, daß es schlecht ist, ganz im Gegenteil, auch heute noch höre ich es ziemlich häufig. Eine der atmosphärischsten Passagen ist die Fahrt zu Draculas Schloß. Besonders die einsetzende Musik, als das Schloß vor ihnen auftaucht, ist ganz groß. Ich bin ohnehin etwas voreingenommen, da mir Vampir-Geschichten immer schon die allerliebsten Grusel-Geschichten waren, somit gefallen mir die Hörspiel-Abenteuer über den berühmten Grafen natürlich automatisch. Auch schaue ich mir die alten Filme mit Christopher Lee oder Bela Lugosi immer wieder gerne an. Diese altmodische Atmosphäre ist mir allemal lieber als diese neumodischen Horror-Filme wie z.B. "Scream" oder "Blade", denen kann ich rein gar nichts abgewinnen! Ein tolles atmosphärisches Hörspiel, das ebenfalls zu den Besten dieser genialen Reihe gehört!

Oliver (---) schrieb am 07.10.07:
Nun muss ich mich doch noch mal (nach etlichen Jahren) zu diesem Hörspiel zu Wort melden. Sicherlich, und das zeigen diverse vorherige Kommentare, wird dieses Hörspiel sich immer mit der "alten" Europa-Fassung messen müssen, was nicht zuletzt an dem Label selbst und der Aufmachung des Cover-Arts liegt, impliziert es doch eben genau, dass es sich hierbei um eine Neuauflage der Halver- bzw. der Halver/Körting-Fassung handelt. Im Kontext zur Serie betrachtet, bleibe ich bei meiner damaligen Meinung und halte dieses Hörspiel der Serie für eines der schwächsten. Auch nach mehrmaligem Hören bleibt der Eindruck eines semi-professionellen Kammerspiels. Die Protagonisten klingen nach wie vor holzig und die Dialoge gestelzt. Einzig Charles Regnier versteht größtenteils zu überzeugen. Auch die offensichtlich bewusste Handlungsabweichung Francis' von der Romanvorlage ist sicherlich lobend zu erwähnen, auch wenn sie meiner bescheidenen Meinung nach hier leider missglückt ist.

Melanie (melimouse7[at]aon.at) schrieb am 04.02.09:
Ist meine absolute Lieblingsfolge!!!!!!!!!!!!! Note 1********

Mo (mjungen[at]skywalk.de) schrieb am 08.07.09:
Dies war meine erste Folge der Gruselserie (TechnoCover). Damals wie heute finde ich die Folge absolut gelungen. Dass der Inhalt in Bezug zum Roman geändert wurde, finde ich richtig gut!

Melanie (melimouse7[at]aon.at) schrieb am 05.04.10:
Es gibt einen Roman?? Wenn ja auch zu allen anderen Geschichten? Bitte antwortet! ;)

Dirk Zühlke (---) schrieb am 16.04.10:
@Melanie: Ja, zur Folge drei gibt es einen Roman. Den originalen von Bram Stoker. Zu den anderen Folgen gibt es keinen Roman, alles aus der Feder von H.G. Francis.

Melanie (melimouse7[at]aon.at) schrieb am 18.04.10:
Vielen Dank, Dirk Zühlke! :)

rip-kill (---) schrieb am 01.09.10:
ich dachte früher immer, dass es sich bei dem hörspiel um einen 1:1 kopie von "dracula - die geschichte des berühmten vampirs" handelt, weswegen ich mir das teil auch nie gekauft habe. irgendwann berichtete ein kumpel rein zufällig von der handlung und ich dachte immer "hääää?? was redet der da???" ich konnte es erst glauben, als ich es mit eigenen ohren hörte und war begeistert!!!!! gruseliges teil ...

Marco (marco.riso[at]web.de) schrieb am 26.02.12:
Die erste Folge, die ich erwarb! C. Regnier war für die Hörspiele das, was C. Lee für den Film war, der "wahre", ultimative Dracula! Sehr atmosphärische Folge, die heute noch den Weg in mein Kassetten-Deck findet!

Jens Lachnith (bojownik325[at]web.de) schrieb am 24.03.12:
eine gute, innovative variante der bram stoker-geschichte. spannend inszeniert, großartig gesprochen von günther ungeheuer und charles regnier!

Roman (---) schrieb am 28.03.12:
Graf Dracula als wilder Kutscher - famoser Prolog. Dracula, der mit den Wölfen spricht, mit den Kindern der Nacht, wie er sie bezeichnet. Dann die grandiose Toröffnungsszene: Mina und Jonathan werden von Graf Dracula ins Schloss gebeten, dazu im Hintergrund ein phänomenales "Marsch der Monster"-Adagio wie es auch beispielsweise in "Dracula und Frankenstein, die Blutfürsten" als Grundthema sehr oft zu hören ist. Die Spiegelszene: Man sollte nicht den Fehler machen seine Spiegel zu entfernen. Nur nichts vor sich selbst verbergen. Mina - sehr schön, sehr zart, wie immer, wenn Reinhilt Schneider mitspricht. Aber am schönsten: ihre Rettung, ihre Befreiung und die Wiederbelebung der Natur. Der neue, helle Tag.

Jens Lachnith (wessling[at]arcor.de) schrieb am 29.04.12:
Absolute Hammer Hörspiele ... ich erinnere mich sehr gerne daran und werde mir diverse Folgen wieder zulegen müssen ... es gab damals nichts vergleichbares auf dem Markt! Ich bin wieder 12 Jahre jung ...

Trapper Toni (spooncheffe[at]web.de) schrieb am 18.08.12:
Dracula: "Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass es in diesem Schloss keinen einzigen Spiegel gibt?" - Klar, FOCUS-Leser wissen mehr, hihi.

Markus L. (---) schrieb am 01.09.13:
Schön und stimmungsvoll. Eine meiner Lieblingsfolgen ... schon seit bald dreißig Jahren. Kindheitserinnerungen, da wird es einem warm ums Herz. Darüber bin ich dankbar, sehr wertvoll so etwas! Gruß an alle Gleichgesinnten.

Zigi (zieglermanuel6671[at]gmx.de) schrieb am 04.09.13:
Solide gemachte Hör-Unterhaltung, durchaus für die beschränkte Zeit des Mediums gelungene, ruhige Version des Originals von Bram Stoker. Ich habe die Geschichte erst in der Neuveröffentlichung gehört, kann also das Original aus den 80-ern mit der Originalmusik nicht beurteilen, leider. Ausserdem, als Kenner des Originals von Stoker stellen sich natürlich die vorkommenden Veränderungen besonders heraus. Aber, wie schon in obigen Kommentaren angedeutet, kann man in 45 Minuten kaum den Originalroman vertonen. In diesem Sinne: Hut ab, guter H. G. Francis; diese Hörspielversion ist um einiges besser als die Massen von grottenschlechten filmischen Werken des Themas. Kein Highlight der Serie, für mich aber durchaus hörenswert.

Patrick (---) schrieb am 17.02.14:
Laaaaaaaangweiiiilig, was anderes kann ich zu dieser grottigen, zigmal als Hörspiel, Film, totproduzierte Story nicht sagen. Ich persönlich hätte auch lieber Gottfried Kramer als Graf Dracula in dieser Rolle gehabt, denn er ist einfach besser in dieser Rolle. Ansonsten muß ich sagen, daß dieses die wohl schwächste Folge der Gruselserie um Dracula ist. Die Folge 10 "Draculas Insel - Kerker des Grauens ist um LÄNGEN BESSER. Ich finde diese Folge hier doch arg sentimental (das Zusammenspiel zwischen Ungeheuer und Reinhilt Schneider). Nein, alles andere als mein Favorit. Diese MC findet daher auch ganz selten den Weg in den MC/CD Spieler. Folge 2 bzw. 6 und die anderen tollen Folgen dafür umso mehr, deswegen habe ich diese auch auf CD gebrannt. Fazit: Mein persönlicher Tief-Punkt der sonst so TOLLEN Serie.

Finistra (---) schrieb am 23.03.14:
Dies war mit 12 oder 13 meine erste Folge der Gruselserie, allerdings in der Techno Version, und meine erste Begegnung mit Graf Dracula. Habe mich damals beim ersten Mal hören auch sehr gegruselt. Und finde die Folge super. Stimmige Atmosphäre. Auch die Sprecher sind toll. Ist immerhin besser als diese ganzen Teenie Twilight Vampire Romane, mit neuer Art von Vampiren, wie es sie heute für Jugendliche gibt. Für mich müssen Vampire in Gruften wohnen, Gänsehaut verursachen, nur in der Nacht leben, blut saugend und angsteinflössend sein, Knoblauch und Christliche Symbole hassen usw. ...

Albert (intal[at]online.de) schrieb am 19.02.15:
Nun, das war mein erstes Hörspiel der Reihe, das ich wohl im Alter von 9 Jahren geschenkt bekam. Gruselig war es damals allemal. Beim heutigen Gehörgenuss kommen einem manche Passagen etwas gekünstelt vor. Trotz der starken Abwandlungen zum Roman Bram Stokers finde ich es auch heute noch ein gelungenes Hörspiel. Der Unterhaltungswert kommt jedoch nicht an "Der Pakt mit dem Teufel" oder "Die Nacht der Todesratte" heran.

Stefan84 (zartcoregmbh[at]gmx.de) schrieb am 19.02.16:
Hab die Folge vor kurzen im meinem Schrank wiedergefunden und sofort angehört. Ich muss sagen das mir die Folge damals besser gefallen hat naja damals sind mir die Fehler auch nicht so aufgefallen wie z.b. Eines (Tages) trat er von hinten an mich heran, aber nun gut der Schluss hats in sich besonders als Jonathan Haker den Drei Vampir Weibern den Holz keil ins Herz schlägt

Don Christobal (c-drey-p.o[at]web.de) schrieb am 29.03.16:
Sicherlich, wie ich finde, eine interessante und hörenswerte Folge. Sieht man mal von den drastischen Kürzungen zum Buch ab immer noch gut, allerdings nicht in der RdK-Version. Auch die inzwischen erschienene Picture-Vinyl-Version ist eine herbe Enttäuschung, gaukelt sie doch vom Cover her das "Original" mit der Musik von Carsten Bohn vor.

Schattenteufel (pitkai[at]hotmail.de) schrieb am 01.06.16:
Wer mag sie nicht, diese tolle Kultgeschichte, die es in so vielen Variationen gibt. Toll der kurze Auftritt von Marianne Kehlau als verzweifelte Mutter deren Kind von Dracula gestohlen wurde und die dann von den Wölfen zerfleischt wird. Auf der LP Version der Erstauflage von den siebzigern nicht zu hören. Diese Szene wurde erst später bei der achtziger Edition hinzugefügt. Fand ich toll! Dracula ist und bleibt ein gerngesehenes und gehörtes Scheußal!

 

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© Die Gruselseiten (27. Mai 2001)