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 Fledermäuse 
"Hört doch! Die Wölfe!"
(Elke Wille in "Der Pakt mit dem Teufel")

Schloß Die vier Wölfe

In Moosham im südlichen Lungau erzählt man von vier Wölfen. Diese Wölfe waren Brüder; jeder hatte seinen Zu- oder Spitznamen. Den einen hieß man den "Börger", weil er nur in den Bergen sein Unwesen trieb und selten zu Tale kam; den anderen wegen seines Aussehens den "grindraudigen Thoma"; den dritten wegen seiner schönen Gestalt den "Schönmayr"; den vierten endlich wegen seiner Wohlbeleibtheit die "Stocknudel". Sie waren kühne Wildschützen und brachten ihr Leben größtenteils im Wildbann zu. Sie gaben vor, Zauberer zu sein. Es wurde einmal von Moosham aus eine allgemeine Jagd auf sie gemacht. Dabei verwandelte sich der Börger, als er nicht mehr entrinnen konnte, in einen Stock (Baumstrunk), auf welchem dann der Pfleger von Moosham sich seinen Rauchtabak schnitt. Dabei war dem Stock bange, der Pfleger möchte das Messer in den Stamm stoßen. Das Zeichen des Kreuzes war nämlich auf der Klinge des Messers. Die Wölfe wurden endlich an der Sandbrücke gefangen und als Zauberer in den fünfziger Jahren des 18. Jahrhunderts auf dem Passeggen hingerichtet.

Ebenso erzählt man von einem Zauberer Jakl, der nicht bloß im Wolfspelze erschien, sondern auch in der Gestalt eines Ochsen die Leute betrog. Das Volk glaubt, daß einer, mit Wolfssalbe angestrichen, sich auf vierundzwanzig Stunden in einen Wolf verwandeln könne.

Die Staudingertochter zu Steindorf (bei Mauterndorf im Lungau) ward von den Zauberern in der heimlichen Kunst unterrichtet. Sie ward als Hexe verurteilt und verbrannt. Zauberer und Hexen wurden vor der Hinrichtung in geweihten eisernen Körben aufgehängt, damit sie den Erdboden nicht berührten und dadurch mit dem Teufel nicht in Gemeinschaft gerieten, der sie sonst befreien könnte.
(Kursinger, Lungau)

Theodor Vernaleken: Alpensagen, Salzburg/Leipzig 1938 (hm ...), S. 51f.

 

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© Die Gruselseiten (27. Mai 2001)