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 Fledermäuse 
"Es geht um die Sage von den vier Wölfen, die eigentlich berüchtigte Wilderer waren, und die von sich behauptet haben, daß sie über den Teufel selbst Macht hätten."
(Kurt Krohn in "Der Pakt mit dem Teufel")

Schloß Die vier Wölfe

Die vier Wölfe waren Brüder, von denen jeder einen Spitznamen hatte. Den einen hieß man den "Berger", weil er am liebsten in den Bergen sein Unwesen trieb und höchst selten ins Tal herabkam; den anderen den "grindraudigen Toma", weil er mit einem bösartigen Aussatze behaftet war; den dritten ob seiner schmucken und stattlichen Gestalt den "Schönmayer", den vierten endlich, der sich durch besondere Beleibtheit auszeichnete, den "Stocknudel". Alle vier waren überaus verwegene Wilderer, die den größten Teil ihres Lebens im Wildbanne zubrachten. Um sich vor Verfolgung zu sichern, streuten sie im Volke aus, daß sie Zauberer seien und über den Teufel selbst Macht hätten. Da sie es endlich gar zu arg trieben, wurde einmal von Moosham aus eine allgemeine Jagd nach ihnen gemacht. Da man wußte, daß die vier Brüder eine Salbe besäßen, die sie, wenn sie sich damit bestrichen, in Wölfe verwandelt, und davon auch häufig Gebrauch machten, so wartete man einen Zeitpunkt ab, in dem dies der Fall war. Als man davon Anzeige erhielt, setzte sich der Jagdzug in Bewegung. Der Vizedom von Moosham stellte sich selbst an die Spitze der großen Jagdgesellschaft. Der Berg wurde mit Treibern umstellt, welche sich gegen die Höhe zu wandten. Hierbei wurden die in Wölfe verwandelten Brüder so in die Enge getrieben, daß sie sich, als sie keinen Ausweg mehr sahen, in Baumstrünke verwandelten, welches Zauberstück sie mit Hilfe des Bösen vollführten. Dabei geschah es, daß der gestrenge Herr von Moosham, von der Jagd ermüdet, sich auf einen dieser Baumklötze setzte, und zwar auf jenen, in welchem der "Berger" steckte, und Tabak schnitt. Der "Berger" wollte vor Angst fast vergehen; denn "wenn der Gnädige" - so gab er in seinem peinlichen Verhör später an - "den Tabak mit einem Messer geschnitten hätte, auf dessen Klinge das Kreuzeszeichen eingegraben war, so konnte die teuflische Verblendung nicht bestehen." Aber es ging für diesmal gut ab; die Wölfe kamen glücklich davon und krochen später wieder in ihre Leiber. - Doch konnten sie ihr Unwesen nicht mehr lange treiben, denn bald darauf wurden alle vier an der Sandbrücke gefangen und als Zauberer auf dem Passeggen hingerichtet.

Michael Dengg: Lungauer Volkssagen, Mauterndorf 1973, S. 217

 

Versucht mal, das obige Zitat aus "Der Pakt mit dem Teufel" in der Sage wiederzufinden ...

 

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© Die Gruselseiten (27. Mai 2001)